Priester freut sich auf seine Schäfchen. Tamas Egri über die letzten Vorbereitungen zur Öffnung des Gotteshauses.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 14. Mai 2020 (05:46)
Messner Willi Berthold mit Gattin Poldi, Pfarrmoderator Tamas Egri undSusanne Heftner sowie die stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Waltraud Unger, nach der Messfeier in sehr kleinem Rahmen. Alle freuen sich schon auf die Öffnung der Kirchen.
Mauritsch

Desinfektionstücher stehen bereit, für die Messebesucher gibt es Voranmeldelisten, die Sitzplätze sind nummeriert. Pfarrmoderator Tamas Egri trifft letzte Vorbereitungen. Der freundliche Priester freut sich schon sehr auf die Öffnung der Kirche am 15. Mai.

Die Pfarrkirche St. Martin ist nicht sehr groß, so werden nur 24 Gläubige die Messe besuchen können. Derzeit ist es eine sehr kleine Gemeinde von fünf Personen. Lange Wochen war Egri bei der Messfeier ganz allein. „Ich habe jeden Tag eine Messe zelebriert, habe die Glocken geläutet als Zeichen für die Menschen: Ich bete für euch“, gibt Egri einen sehr persönlichen Einblick in seinem Umgang mit der Krise.

Seine Pfarrgemeinde dankte ihm den Einsatz, viele beteten mit ihm – von zu Hause aus.

Egri wollte damit die seelische Verbundenheit mit seinen Schäfchen ausdrücken. Der Kontakt mit den Gläubigen wurde auch per Telefon gehalten, bei Spaziergängen ergab sich immer wieder die Gelegenheit zu einem Gespräch – wenn auch mit dem erforderlichen Abstand. Ob sich für ihn persönlich etwas in der Krise geändert hat? „Ich habe für mich die Gottesbeziehung noch stärker gefühlt“, bekennt Egri.

Auch ein Begräbnis fiel in diese Zeit. „Es war ein sehr freundlicher alter Mann.“ Dass ihn nur fünf Personen auf seinem letzten Weg begleiten durften, die noch dazu mit zwei Metern Abstand beim Grab standen, und dass es keine Messfeier und keine Musik gab, hat den Priester doch persönlich erschüttert: „In normalen Zeiten hätten ihm sicherlich sehr viele die letzte Ehre erwiesen.“