Raser pfeifen auf 30er. Anrainerin in Groß-Schweinbarth ist empört, dass fast niemand Tempolimit einhält. Als sie einen Autofahrer darauf hinweisen wollte, wurde ihr gar der Mittelfinger gezeigt. Sie fordert mehr Kontrollen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 07. Februar 2021 (03:14)
Die 30er-Beschränkung besteht seit Herbst auf Wunsch der Anrainer. Für einige Verkehrs- teilnehmer ist er nicht einmal eine Empfehlung.
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Offensichtliche Geschwindigkeitsübertretungen in der erst kürzlich eingerichteten 30er-Zone in der Matzner und der Weidenbachsiedlung ärgern eine Anrainerin. Damit nicht genug – ihr wurde kürzlich sogar der „Stinkefinger“ gezeigt.

Seit Herbst sind die Gemeindestraßen in den beiden Siedlungen 30er-Zone – auf Wunsch der Mehrheit der Anrainer. Dies hält so manche Verkehrsteilnehmer nicht davon ab, speziell die Jägergasse mit überhöhter Geschwindigkeit zu befahren. Die Straße ist nicht sehr breit, zudem blockieren geparkte Fahrzeuge stellenweise eine Fahrspur.

Die Leserin berichtet: „Ich hatte in meiner Einfahrt zu tun, als ich den Autofahrer schon von Weitem hörte. Ich deutete ihm, langsamer zu fahren.“ Nun: Langsamer wurde der Verkehrsteilnehmer schon, er blieb sogar stehen. Was aber dann geschah, schildert die Anrainerin entrüstet: „Der Fahrer blieb vor mir stehen und man deutete mir aus dem Auto den Stinkefinger!“ – um dann mit extra viel Gas und qualmendem Auspuff wegzufahren. „Das Fahrzeug kam aus Richtung der Siedlung Weidenbach, die beiden Insassen habe ich nicht erkannt, aber ich habe mir das Kennzeichen notiert“, berichtet die Leserin.

Dieses Schild wird von vielen Fahrzeuglenkern ignoriert.
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Die NÖN fragte bei der Bezirksleitzentrale der Polizei in Gänserndorf nach. Der diensthabende Mitarbeiter skizzierte eine mögliche Vorgangsweise: „Die Anrainerin kann eine Privatanzeige machen. Diese wird dann an die Bezirkshauptmannschaft als Sicherheitsbehörde weitergeleitet, wo über die weitere Vorgangsweise entscheiden wird.“ Er erklärte aber, dass die Beweislage schwierig sei. Logisch: Man steht ja eher selten mit einer Radarpistole in seiner Einfahrt.

Die Anrainerin wünscht sich dringend mehr Kontrollen: „Hier gehen auch zahlreiche Kinder entlang. Muss wirklich erst etwas passieren, bevor rücksichtlose Verkehrsteilnehmer endlich in die Schranken gewiesen werden und ihr Tempo drosseln?“