Spießrutenlauf um Arznei für Katzendame „Baby“. Ältere Katzendame ist auf Nieren-Medikamente angewiesen. Diese in Österreich zu bekommen, erweist sich jedoch beinahe als Ding der Unmöglichkeit.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 12. April 2020 (06:17)
Katzendame „Baby“ musste langewarten, ehe sie ihr dringend benötigtes Medikament bekam.
Mauritsch

„Baby“ ist 17 Jahre alt und braucht täglich ihr Nierenmedikament. Das ist nichts Ungewöhnliches für ihr Alter, denn „Baby“ ist eine Seniorenkatzendame. Allerdings – das Medikament ist schon seit Wochen nicht zu bekommen. Ganz unabhängig von der Coronakrise. „Frauerl“ und NÖN-Reporterin Edith Mauritsch ging dieser Sache auf den Grund.

„Baby“ lebt schon fast seit ihrer Geburt bei der NÖN-Mitarbeiterin, zusammen mit einigen anderen Vertretern ihrer Gattung. Die Nieren machen mit zunehmendem Alter Probleme, doch das ist mit dem Medikament Semintra™ gut in den Griff zu bekommen und so erfreut sich Baby eines schönen Lebens.

Doch das Medikament muss täglich verabreicht werden und der Vorrat ging langsam zur Neige. Die Bestellung von Nachschub bei Tierärztin Sigrid Helperstorfer aus Bad Pirawarth lief leider ins Leere – „Bestellung nicht möglich“, war die ernüchternde Antwort. Also Anrufe bei anderen Tierärzten in der Gegend, leider ebenfalls Fehlanzeige. Immer die gleiche Antwort: „Es ist nichts mehr auf Lager, die Bestellung nicht möglich.“

Also Kontaktaufnahme mit dem Erzeuger Boehringer Ingelheim in Deutschland, um das Medikament direkt zu bestellen. Die Antwort kam prompt: „Der Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten direkt an Tierhalter ist uns aus rechtlichen Gründen untersagt“, so Nina Hoffman von Boehringer Ingelheim Vetmedica.

Warum kann der Tierarzt aber auch nicht bestellen? In einem ausführlichen Telefonat mit Barbara Freudenschuß von der Wiener Niederlassung kam zutage: Die Produktion des Medikamentes erfolgt für den weltweiten! Bedarf nur an einer einzigen Stätte in den USA. Dort gab es Verunreinigungen einiger Chargen, daher die Verknappung. Nach Österreich kam nichts mehr durch und das schon vor Coronazeiten. Man hoffe auf Verfügbarkeit bis Ende März.

Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Tierärztin Siegrid Helperstorfer kann noch immer nicht bestellen, weder über Österreich noch direkt über Deutschland.

„Baby“ hat zwischenzeitlich ihr Medikament trotzdem, da glücklicherweise eine Bestellung über die Apotheke in Gänserndorf möglich war, mit Rezept, ausgestellt von der Tierärztin. Helpersdorfer freut sich zwar sehr, dass für das Tier nun gesorgt ist, hätte aber schon gerne geklärt, warum ihr als Tierärztin die Bestellung nicht ermöglicht wird. Eine Antwort des Konzerns steht bislang noch aus.