Viertelfestival 2022 zieht in altes Amt. Das Gebäude könnte nächstes Jahr als Ausstellungsraum dienen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 14. Juni 2021 (04:35)
Gemeindeamt Groß-Schweinbarth
Dem Gemeindeamt am Hauptplatz wird neues Leben eingehaucht.
Edith Mauritsch

Das alte Gemeindeamt wurde von der Kulturvernetzung und der Leader-Region als Projekt für das Viertelfestival 2022 aufgenommen. Ziel ist die künstlerische Zwischennutzung von temporären Leerstandsobjekten. Gesucht werden Ideen, die sichtbare Aktivitäten im Ort auslösen sollen sowie den Austausch mit und die Einbindung der Bevölkerung in die Projektentwicklung und -umsetzung einhalten.

ÖVP-Bürgermeisterin Marianne Rickl zeigt sich überrascht: „Wir wurden im April von der Leader-Region kontaktiert, ob es nicht ein geeignetes Objekt im Ort gebe. Vor einigen Jahren hatten wir den Meierhof im Viertelfestival. Jetzt haben wir uns entschieden, das alte Gemeindeamt vorzuschlagen.“ Mit dem Nachtwächterhaus in Poysdorf ist das alte Gemeindeamt nun bei der Sonderprojekt-Einreichnung unter dem Festivalmotto „Weitwinkel“ mit dabei.

Geschichte des Gebäudes reicht bis 1821

„Zwei Räume des Gemeindeamtes werden für die Topothek und das Archiv genutzt. Die anderen Räumlichkeiten stehen nach dem Umzug in den ehemaligen Kindergarten zur Verfügung“, so Rickl weiter. Das – noch – derzeitige Gemeindeamt liegt im Ortszentrum. Bereits in den Parzellenprotokollen des Franziszeischen Katasters aus dem Jahr 1821 ist dort ein Gebäude verzeichnet, das einem Josef Schaub gehörte. Wohngebäude, Stallung und Scheune erfasste der Vermesser damals. Über die Jahre diente das Haus als Ordination, Kindergarten und Wohnung für den Gemeindearzt.

„Ich glaube, dass sich das alte Gemeindeamt mit seinem Retro-Charme gut für ein künstlerisches Projekt eignet. Wir wollen das Haus nicht gleich abreißen, sondern eine Nachnutzung für einige Jahre überlegen“, erläutert Rickl den Plan. Für sie würde ein Viertelfestivalprojekt im kommenden Jahr sehr gut passen, feiert der Ort doch 2022 sein 900-jähriges Bestehen. „Ich könnte wir beispielsweise die Räume gut für eine Ausstellung vorstellen“, schließt Rickl.