Bald alles digital beim Standesamt in Gänserndorf. Alle historischen Daten, beginnend mit dem Jahr 1939, werden gescannt und elektronisch archiviert.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:15)
Standesamt-Leiterin Astrid Magyar (r.) und Kollegin Daniela Kaneider freuen sich schon auf den Abschluss des Projektes, das im Oktober des Vorjahres begann: „Wir nehmen hier eine Vorreiterrolle in NÖ ein.“
Standesamt, Standesamt

Buchstäblich im stillen Kämmerlein wird im Gänserndorfer Standesamt derzeit Geschichte geschrieben – und das im wahrsten Sinne des Wortes: 15.207 Einträge aus 68 Büchern, 16.080 Sammelakten und 13.550 Evidenzkarten aus den Jahren 1939 bis 2014 werden derzeit digitalisiert und beschlagwortet. Wenn das umfangreiche Projekt abgeschlossen ist, sind alle Geburten-, Ehe- und Sterbebücher, Staatsbürgerschaftsevidenzen sowie die dazugehörigen Akten aus den Gemeinden Gänserndorf, Angern, Weikendorf, Weiden und Schönkirchen-Reyersdorf elektronisch archiviert.

Gemanagt wird das Projekt von „gemdat“ (NÖ Gemeinde-Datenservice GmbH) in Kooperation mit der Caritas-Werkstätte Pöchlarn und der Firma Reisswolf. Standesamt-Leiterin Astrid Magyar erklärt im NÖN-Gespräch: „Die Bücher sind alle gebunden und die Sammelakte in mehr als 100 Ordnern zusammengeheftet. Um die Buchseiten scannen zu können, müssen sie vorsichtig aufgetrennt werden. Nach dem Scannen werden sie wieder gebunden und alles kommt in den Zustand vor der Digitalisierung.“

Erschwerend ist der Umstand, dass die Seiten aus den verschiedenen Jahren unterschiedliche Formate und Papierqualitäten haben: „Manche Schriftstücke sind so dünn wie Seidenpapier oder in einem recht abgearbeiteten Zustand.“ Damit die Firma Reisswolf den Scan-Vorgang starten kann, muss das Material von der Caritas-Werkstätte penibel vorbereitet werden.

Welchen Vorteil hat die Digitalisierung, abgesehen davon, dass die Daten für die Nachwelt sicher archiviert sind? „Durch die Umsetzung des ELAK-Projektes wird die tägliche Arbeit dahingehend erleichtert, dass man mit wenigen Klicks alle historisch zusammenhängenden Daten und Verfahren zu einer bestimmten Person rasch zur Verfügung hat.“ Folge: Die Daten müssen nicht mehr aufwendig im Papierarchiv gesucht werden. Künftig ist dies Geschichte ...