Bäume als Lebensraum. Podiumsdiskussionen und Referate beleuchteten Donau-Auen.

Von Red. Gänserndorf. Erstellt am 29. November 2019 (12:42)
Manfred Rosenberger, Alexander Faltejsek, Gerald Oitzinger, Helmut Schmid, Edith Klauser, Norbert Teufelbauer und Roman Novak (v.l.) beim Nationalpark-Forum 2019 in der Kulturfabrik Hainburg.
Schordan

Bäume sind zugleich Lebewesen und Lebensraum. Eine Fülle an Organismen nutzt den Baum in seinen unterschiedlichen Altersstufen, vom Wurzelraum bis zum Blätterdach: Von Pilzen und Flechten über zahllose Insektenarten und diverse Vögel bis zu Fledermäusen, Mardern und weiteren Säugetieren. Im Nationalpark Donau-Auen dürfen Bäume altern und langsam absterben.

Alte Bäume nahe der Wanderrouten führen jedoch zu einer weiteren wichtigen Fragestellung: Wie soll die Wegesicherheit gewährleistet werden, wie kann eine Balance zwischen Verkehrssicherheit und Naturschutz erreicht werden? Das Nationalparkforum in der Hainburger Kulturfabrik stand heuer im Zeichen dieses Themenkreises. Hainburgs VP-Bürgermeister Helmut Schmid konnte an die 100 Teilnehmer, darunter VP-Bürgermeister Rudolf Makoschitz (Eckartsau), Stadt- und Gemeinderäte, Ex-Nationalparkdirektor Carl Manzano, Fritz Schiemer, Johann Feigl, Walter Neumayer, Bernd Lötsch und ehemalige Au-Besetzer, begrüßen.

Nationalpark-Direktorin Edith Klauser erläuterte die vielfältigen Funktionen von Wäldern als Ökosysteme sowie für Artenvielfalt und Klimaschutz, als Erholungsräume und Orte für Umweltbildung. Zur Frage der Wegesicherung wurde Ende Oktober ein Fachsymposium abgehalten.

Ein Kurzreferat wurde vom Baumsachverständigen Roman Nowak gehalten, der aktuell die Strukturvielfalt an alten Bäumen entlang eines Wegeabschnitts in der Orther Au erhebt. Demnach bieten vielfältige Strukturen wie Rindenrisse, Faulstellen, Astlöcher, Höhlen etc. zahlreichen Organismen geeignete Habitate, alternde Eichen sind besonders artenreich.

Die Ergebnisse dieser Erhebung, die mit Erklettern sowie Endoskopeinsatz durchgeführt wurde, wird als Gästebroschüre zur Verfügung gestellt werden. Weiters präsentierte Vogelexperte Norbert Teufelbauer (BirdLife) einen Überblick über die Spechtfauna im Nationalpark Donau-Auen, die eng mit dem Altbaum- und steigenden Totholzangebot verknüpft ist. Da alte Spechthöhlen von zahlreichen Tiergruppen nachgenutzt werden, steigert eine gesunde Spechtpopulation die gesamte Biodiversität in Wäldern.

An der anschließenden Podiumsdiskussion, die Nationalpark-Ranger Manfred Rosenberger leitete, nahmen auch Gerald Oitzinger vom Nationalparkbetrieb Donau-Auen der Österreichischen Bundesforste und Alexander Faltejsek vom Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien teil.

Zahlreiche Fragen – vom Götterbaum über den Rotwildbestand bis zum Wegenetz – wurden aus dem Publikum an die Experten gerichtet.