Tier-Schicksal: Baum mit Nest fiel um. Drei von vier Waldkauz-Babys überlebten: Die EGS Haringsee versorgt die ersten Jungeulen der Saison. Die Vogerl erholen sich gut und fressen bereits sehr eifrig.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 17. April 2021 (04:06)
Drei flauschige Waldkauz-Babys werden in Haringsee gesundgepflegt.
Vier Pfoten

Die von „Vier Pfoten“ geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) hat die ersten Jungeulen der Saison zur Pflege übernommen. Es handelt sich um drei entzückende Waldkauz-Babys, die im Bezirk Eisenstadt-Umgebung „verunfallten“: Ein Sturm hatte den Baum mit ihrem Nest gebrochen. Leider starb ein viertes Geschwisterchen beim Aufprall auf dem Boden. Von den Eltern fehlte jede Spur.

„Zwei der drei kleinen Waldkäuze waren bei der Übernahme sehr matt und durch die Erschütterung auch ziemlich mitgenommen. Mittlerweile haben sie sich aber gut erholt. Alle drei fressen bereits eifrig“, berichtet Hans Frey, medizinischer Leiter der EGS.

Sobald sich der Zustand der Tiere gänzlich stabilisiert hat, können sie in der EGS von einem Waldkauz-Ammenpaar zur weiteren Versorgung und artgerechten Aufzucht übernommen werden, denn die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart – also in einem natürlichen Familienverband – großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Aber auch die Ammenaufzucht ist nur vorübergehend. Frey erklärt: „Sobald die Ammeneltern den Kleinen alles Wichtige beigebracht haben und sie selbstständig sind, können wir sie zurück in die Natur entlassen.“

Waldkäuze sind sogenannte Höhlenbrüter und als solche auf das Vorhandensein alter, dicker und teilweise hohler Bäume angewiesen. Da solche Bäume in unseren Wäldern immer seltener werden, ist es sinnvoll, sie durch Anbringung von Nistkästen bei ihrer Nistplatzsuche zu unterstützen.