Erneut Schüsse auf geschützte Wildvögel.... Attentate auf geschützte Wildvögel: Mäusebussard aus dem Burgenland erholt sich von einer Verletzung in der EGS, ein Storch starb. „Vier Pfoten“ erstattete Anzeige.

Erstellt am 13. September 2017 (05:14)
Vier Pfoten
Schüsse auf einen Mäusebussard: Der gefiederte Patient erholt sich nun in Haringsee.

Vor wenigen Tagen wurde ein verletzter Mäusebussard aus dem Burgenland in die von „Vier Pfoten“ geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) gebracht. Er war in Gols an der Grenze zu Mönchhof gefunden worden.

Beim Röntgen im Zuge der Erstversorgung an der Veterinärmedizinischen Universität stellte sich heraus, dass der geschützte Greifvogel zwei Schrotkugeln sowie Splitter im linken Flügel und in der linken Hüfte hatte. Das EGS-Team hofft nun, dass der Mäusebussard nach der Rekonvaleszenz wieder fliegen und freigelassen werden kann.

„Wir sind erschüttert, dass es schon wieder Schuss-Attentate auf geschützte Wildvögel im Burgenland gibt“, sagt „Vier Pfoten“-Expertin Brigitte Kopetzky. „Leider glauben manche Jäger noch, sie müssen ihre Niederwildbestände vor ihnen schützen. Mehrere Studien haben aber bereits ergeben, dass Greifvögel und Störche nicht für den Rückgang von Niederwild verantwortlich sind.“

"Das Projektil steckte unmittelbar unter der Herzspitze" 

In Strem, ebenfalls im Burgenland, war im August ein angeschossener Storch gefunden worden. „Das Projektil steckte unmittelbar unter der Herzspitze“, berichtet Kopetzky. „Beim Absturz durch den Schuss hat er sich auch noch den linken Oberschenkel gebrochen. Leider verstarb der Vogel nach einer Notoperation auf der Veterinärmedizinischen Universität.“

Alle Greifvögel und auch Störche sind ganzjährig geschont und dürfen daher nicht bejagt werden. Leider werden diese Vögel von manchen Waidmännern als Jagdkonkurrenten gesehen und deshalb illegal getötet.

Kopetzky: „Es wäre wünschenswert, wenn die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse auch in der Ausbildung angehender Jäger berücksichtigt würden. Der illegale Abschuss von Wildvögeln ist nicht nur aus Tierschutzgründen abzulehnen, sondern stellt im Übrigen auch einen groben Verstoß gegen österreichische Jagdgesetze und die EU-Vogelschutzrichtlinie dar.“

„Vier Pfoten“ brachte beide Fälle der angeschossenen Vögel beim Bundeskriminalamt für Umweltkriminalität zur Anzeige.