Geigerin ist nun „Storchen-Mama“. Virtuosin Lidia Baich übernahm die Patenschaft für drei Jungtiere, die die Nachkommen eines legendären Vogelpaares sind.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 20. Juni 2021 (05:15)
Lidia Baich und Storch
Lidia Baich (l.) mit Sohn Lorenz und Eva Rosenberg vor dem Horst ihrer Paten: Da Mona nicht fliegen kann, haben die beiden Störche einen Horst in ca. einem Meter Höhe mit einem Treppchen für sie.
Stefan Havranek

Dass die begnadete Geigerin Lidia Baich ein großes Herz für Tiere hat, bewies die Österreicherin mit russischen Wurzeln mütterlicherseits, indem sie in der Vorwoche Patin von drei jungen Störchen in der von „Vier Pfoten“ geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) wurde. Ihren neuen Patenkindern hat Baich die Namen Rilke, Elsa und Aist (russisch für Storch) gegeben.

„Vier Pfoten“-Direktorin Eva Rosenberg und der wissenschaftlichen Leiter der EGS, Hans Frey, hatten zu einer Patenschaftsfeier in die EGS geladen, bei der auch ÖVP-Bürgermeister Roman Sigmund anwesend war.

Die Geigenvirtuosin zeigte sich beeindruckt: „Ich beobachte die Arbeit der EGS schon länger. Schön zu wissen, dass meine kleinen Patenkinder Rilke, Elsa und Aist nicht nur liebevolle Storcheneltern haben. Das EGS-Team sorgt auch dafür, dass sie in Freiheit leben können, sobald sie groß genug sind.“

Erstes Testimonial aus der Musikwelt

Rosenberg bedankte sich bei der Patentante: „Über ihr Engagement habe ich mich auch deshalb so gefreut, weil wir bislang kein Testimonial aus der Musikwelt hatten.“ Mit einem Augenzwinkern ergänzt sie: „Wer weiß: Vielleicht bekommen die kleinen Störche ihre musikalische Ader mit und klappern besonders harmonisch.“ Frey sagte: „Ich war überrascht, wie viel Lidia Baich über die Arbeit der EGS wusste und wie gut sie sich in der Vogelwelt auskennt.“

„Vier-Pfoten“-Direktorin Eva Rosenberg, Lidia Baich
„Vier-Pfoten“-Direktorin Eva Rosenberg, Lidia Baich mit Lorenz, EGS-Leiter Hans Frey und ÖVP-Bürgermeister Roman Sigmund (v.l.). 
Stefan Havranek

Lidia Baichs Patenkinder schlüpften am 4. Mai und sind die Kinder des legendären EGS-Storchenpaares Mona und Louis. Mona kann nach einer Flügelverletzung nicht fliegen und ist Dauerpflegling in der EGS. Louis, der sich 2014 in der EGS von einer Verletzung erholte, verliebte sich in Mona.

Nach seiner Freilassung entschied er sich, in der EGS zu bleiben. 2015 bekamen sie erstmals Junge und zogen seither jedes Jahr Storchenkinder groß. Sobald Rilke, Elsa und Aist flugfähig sind, werden sie von Louis auf die Felder begleitet und bei der Futtersuche unterstützt. Ende August fliegen die Jungen mit anderen Jungstörchen nach Afrika. Nur Louis bleibt auch im Winter in der EGS und leistet Mona Gesellschaft.