Seeadler „Leonore“ flog in die Freiheit. Das majestätische Tier verdankt seinen Namen der Klimaschutzministerin, die nun Patin des Greifvogels ist und die Eulen- und Greifvogelstation Haringsee besuchte.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. Juli 2021 (05:14)

Die von „Vier Pfoten“ geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) erhielt Besuch von Grünen-Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. Anlass dafür war die Freilassung eines Seeadlers, der seit April dieses Jahres nach einer Verletzung in der EGS gepflegt wurde. Jetzt ist der Vogel wieder fit und konnte deshalb in die Natur entlassen werden.

Davor hatte ihn ein Projektteam des EU-Artenschutz-Projekts LIFE EUROKITE in Zusammenarbeit mit dem EGS-Team unter dem wissenschaftlichen Leiter Hans Frey noch mit einem Sender versehen, der wichtige Erkenntnisse über Flugrouten oder Paarungsverhalten liefern wird. Die Ministerin zeigte sich vom imposanten Tier fasziniert und von der Tätigkeit der EGS sowie des LIFE-EUROKITE- Projekts beeindruckt. Sie übernahm auch eine Patenschaft – der Seeadler trägt daher künftig den Namen „Leonore“.

Artenvielfalt durch Abschüssen oder Vergiftungen gefährdet

„Österreich ist mit 68.000 Arten ein Land der Vielfalt, die jedoch in Gefahr ist. Auch unsere Seeadler und andere Greifvögel sind bedroht und immer wieder von illegalen Abschüssen oder Vergiftungen betroffen. Das sind keine Kavaliersdelikte. Wer ein Tier tötet, gefährdet unsere Artenvielfalt. Gerade deshalb ist die Besenderung eine wertvolle Maßnahme“, so Gewessler.

Seeadler „Leonore“ wurde in der Nähe von Hohenau verletzt gefunden. Vermutlich wurde sie bei einem Revierkampf mit einem Artgenossen verletzt. Sie hatte eine Einblutung in das Schultergelenk und eine Fraktur im Bereich des Schultergürtels.

„Vier Pfoten“-Direktorin Eva Rosenberg war ebenfalls berührt: „Diese schönen Momente, wenn wir ein Tier wieder in die Freiheit lassen können, zeigen uns, warum sich unsere Arbeit lohnt. ,Leonore’ musste einige Wochen Käfigruhe überstehen, damit die Fraktur zusammenwachsen konnte. Seit Anfang Mai ist sie in einer großen Flugvoliere. Ihr Flugvermögen hat sich dort kontinuierlich gebessert, sodass sie mittlerweile wieder freilandtauglich ist.“

Der Biologe Rainer Raab, der als Technical Manager von LIFE EUROKITE die Hauptgründe für die Sterblichkeit von Greifvogelarten erforscht, hatte den Seeadler zuvor bereits beobachtet. Dadurch konnte sein Team die Verletzung entdecken und ihn in die EGS bringen.