Uhu bleibt Dauergast in Eulen- und Greifvogelstation. Vor kurzem kam ein Uhu, der in Stallegg im Waldviertel gefunden worden war, in die von "Vier Pfoten" geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 22. Januar 2020 (09:53)
Der Uhu schaut empört drein aber er hats gut erwischt
VIER PFOTEN

Ein aufmerksamer junger Mann hatte gemerkt, dass er flugunfähig war und einen Ornithologen verständigt. Das Tier hat eine alte Flügelfraktur, die leider bereits schief zusammengewachsen ist. Daher wird es auch nicht wieder fliegen können.

„Wir werden den Uhu bei uns in der EGS als Dauerpflegling behalten, da wir ihn mit seiner Flugunfähigkeit nicht mehr auswildern können“, sagt "Vier Pfoten" Expertin Brigitte Kopetzky. „Das Schöne aber ist, dass er als so genanntes Ammentier künftig anderen verwaisten Junguhus helfen kann.“ Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch wird eine Fehlprägung als Folge der Handaufzucht durch den Menschen vermieden, und die Vögel können nach ihrer Genesung ausgewildert werden.

Bemerkenswert war, dass der Uhu trotz seiner Verletzung nicht abgemagert war. Kopetzky: „Irgendjemand muss ihn also gefüttert haben. Selbst war er zur Nahrungssuche ja nicht in der Lage. Wir vermuten, dass es ein Jungvogel vom letzten Jahr ist, der von seinen Eltern noch weiter versorgt wurde.“

Die Versorgung von Jungvögeln über das eigentliche Nestlings- und Ästlingsstadium hinaus kommt vermutlich bei verschiedenen Vogelarten vor und wurde zumindest beim Uhu schon nachgewiesen. Denn üblicherweise verlassen Uhus im Herbst ihres ersten Lebensjahres das elterliche Revier und sind dann selbstständig. Gelingt ihnen das durch fehlende Flugfähigkeit nicht, bleiben sie in der Nähe des Neststandortes. Die Eltern erkennen durch das weiter andauernde Betteln des Jungtieres dessen Hilfsbedürftigkeit und versorgen es weiter mit Futter.

Uhus sind die größten Eulen weltweit. Ihr Bestand war in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts in Mitteleuropa stark gefährdet. Durch Schutzmaßnahmen hat sich ihre Zahl in den letzten Jahrzehnten erfreulicherweise wieder erholt.

In der von VIER PFOTEN geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee konnte im Jahr 2019 1.851 Tieren geholfen werden. Alle jungen Eulen und Greifvögel wurden, wenn möglich, durch Ammeneltern der gleichen Art großgezogen und zu 90% wieder freigelassen. Die EGS ist die einzige Pflegestation, in der Jungvogelfindlinge durch Ammen derselben Vogelart, also in einem natürlichen Familienverband, großgezogen werden können. Dadurch werden die schädlichen Folgen einer Handaufzucht vermieden. Auch Sumpfschildkröten, Igel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger wurden fachmännisch versorgt und, wenn möglich, wieder in die Natur entlassen.

 

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