Vereitelter Coup: Einbruchsziel Kläranlage. Unbekannte versuchten, in die Haringseer Abwasserbeseitigungsanlage einzudringen. Eine Alarmanlage dürfte die Täter aber abgeschreckt und vertrieben haben.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 27. Juni 2018 (03:41)
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Haringsees VP-Bürgermeister Roman Sigmund zeigt die Einbruchsspuren. Das Tor ist verzogen, deswegen muss es ausgetauscht werden.

Jäh wurde Haringsees VP-Bürgermeister Roman Sigmund genau um 1.41 Uhr in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch der Vorwoche aus dem Schlaf gerissen: Das Alarmsystem der Kläranlage war angesprungen. Sofort eilte der Ortschef zum Auto und weiter zur Kläranlage. Bei der Nachschau fiel ihm allerdings nichts Ungewöhnliches auf und er trat wieder die Heimfahrt an.

„Es gab in der Vergangenheit schon einige Fehlalarmierungen und deswegen habe ich mir nichts dabei gedacht“, so Sigmund. Am Mittwochmorgen teilte ihm dann ein Gemeindemitarbeiter mit, dass das Tor bei dem Kläranlagengebäude nur angelehnt und die Türschnalle abgebrochen sei: „Da war mir klar, dass es anscheinend doch kein Fehlalarm gewesen sein kann“, erzählt Sigmund, der sofort die Polizei Lassee verständigte.

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Auch ein Fenster wurde beim Einbruchsversuch beschädigt und muss erneuert werden.

Gemeinsam mit den Beamten konnte der Bürgermeister dann zahlreiche Einbruchsspuren, die ihm bei seiner kurzen Nachschau in der Nacht aufgrund der Dunkelheit nicht auffallen konnten, feststellen: „Die Täter dürften zuerst das große Eingangstor ausgehebelt haben, um mit einem Fahrzeug auf das Gelände fahren zu können.“

Dann machten sich am Tor zum Rechenraum zu schaffen und versuchten auch, ein Fenster aufzubrechen, was jedoch nicht gelang. Als dann der Alarm aktiviert wurde, dürften die Einbrecher das Weite gesucht haben. Sigmund erklärt: „Wären sie noch weiter gekommen, hätten sich auch die Bewegungsmelder eingeschaltet und es wäre ein zweiter Alarm ausgelöst worden.“

Kanalsystem könnte bei Schaden versagen

Sigmund wundert sich: „Ich weiß nicht, was es in einer Kläranlage für Einbrecher zu holen gibt.“ Allerdings hätte ein Schaden an der Abwasserbeseitigungseinrichtung für die Gemeinde gravierende Folgen haben können: „Wenn die Kläranlage nur zwei Tage außer Betrieb wäre, würde das Kanalisationssystem versagen“, stellt Sigmund fest.

Jedenfalls entstand ein großer Sachschaden, wegen der Beschädigungen an Tor und Fenster muss beides ausgetauscht werden, überdies haben die Einbrecher auch noch zwei Abdeckungen von Lampen entwendet: „Das war sozusagen die einzige Beute, die sie machen konnten“, ist Sigmund verwundert.

Übrigens: Die Alarmanlage wurde im Jahr 2016 angeschafft, wie der Ortschef berichtete: „Damals gab es eine aufsehenerregende Fahndung nach einem Mann, der schließlich in unserem Kläranlagengebäude gefunden wurde, wo er sich versteckt hielt.“