Zayatalbahn-Trasse: Büsche weichen Zügen. Die Trasse zwischen Hohenau und Mistelbach wird derzeit für den Betrieb vorbereitet. Mit einer Fräse wurden Gestrüpp und Gräser am Rand der Gleise entfernt.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 07. Juni 2020 (05:04)
Die Trasse der Zayatalbahn wird derzeit für Bahnfahrten vorbereitet.
privat

Letztes Jahr erwarb der Verein „Neue Landesbahn“ die Zayatalbahn zwischen Hohenau und Mistelbach, seit dem Frühjahr laufen die Sanierungsarbeiten entlang der Bahntrasse: Zahlreiche Helfer beteiligten sich daran, Gebüsch am und ums Gleisbett zu entfernen. Nun rückte auch schweres Gerät – ein Bagger mit Fräse – an, um die Trasse befahrbar zu machen.

Wenn weiter alles nach Plan verläuft, kann Ende 2020 der Betrieb aufgenommen werden. Ausständig sind nur noch Einigungen mit der Behörde zu den Eisenbahnkreuzungen. Vereinsobmann Gerhard Ullram ist allerdings zuversichtlich, dass bald eine Übereinkunft erzielt wird.

Rund 300 Bahnschwellen werden dann noch getauscht, um eine höhere Fahrgeschwindigkeit zu erlauben. So soll das Projekt Zayatalbahn die Region für den Tagestourismus attraktiver machen: Schwerpunktthemen werden der Wein und der Radtourismus sein. Parallel zur Bahn verläuft nämlich auch der Radweg „Eurovelo 9“.

Geplant sind allerdings auch Gütertransporte zu den Lagerhäusern der anliegenden Gemeinden. Um zusätzliche Einnahmen zu lukrieren, wird es im Rahmen einer Streckenpatenschaft zudem die Möglichkeit geben, Abschnitte der Bahnstrecke zwischen zehn Metern und einem Kilometer zu erwerben.

Für Ullram steht fest, dass die Zayatalbahn ein einzigartiges Angebot für Weinviertel-Besucher vorzuweisen hat: Das Liechtensteinschloss Wilfersdorf liegt auf der Strecke und in Mistelbach befindet sich mit dem Landesbahn-Museum ein weiteres Ausflugsziel. Zudem schätzt er das Besucherpotenzial im Städtedreieck Wien – Pressburg – Brünn als enorm ein.