Spektakulärer Kellerfund: Gehört Knochen zu Ritter?. Nachdem ein Hauskirchner bei Arbeiten auf menschliche Überreste stieß, steht nun fest: Mensch, von dem Skelettteil stammt, lebte zwischen 1266 und 1326.

Von Manuel Mattes. Erstellt am 29. April 2021 (04:52)
Dieses Knochenfragment fand der Hauskirchner Karl Kolar bei Arbeiten in seinem Erdkeller. Es stammt aus dem Mittelalter.
privat, privat

Rund zehn Monate herrschte Rätselraten um das Alter jenes Knochenstücks, das Karl Kolar bei Umbauarbeiten in seinem Keller fand (die NÖN berichtete mehrmals).

Nach abschließender Untersuchung durch ein Radiokarboninstitut in Poznań (Polen), das Kolar mit der Analyse beauftragte, steht nun fest: Die Person, zu der dieser Knochen gehört, lebte etwa zwischen 1266 und 1326. Diese Spanne fällt in den Zeitraum des „Österreichischen Interregnums“, des Übergangs von der Herrschaft der Babenberger zu den Habsburgern.

Dem geneigten Historiker kommt hierbei natürlich sofort die Ritterschlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen in den Sinn, deren Ausgang das Schicksal Österreichs und Europas für die nächsten 640 Jahre prägen sollte. Der 60-jährige Rudolf I. von Habsburg stellte sich hier erfolgreich dem etwa 46-jährigen Ottokar II. entgegen und legte so den Grundstein für die Dynastie der Habsburger im Gebiet des heutigen Österreichs.

„Möglicherweise gehört der Knochen zu einer Person, die an dieser Schlacht unweit von Hauskirchen beteiligt war und bei der Flucht hier in der Gemeinde verstorben ist. Ich werde dazu aber noch weitere Meinungen und Expertisen von Fachleuten einholen“, meint Kolar zur NÖN.