Brücke auf, Brücke zu in Raasdorf. Eisenbahnüberfahrt ist wieder offen, Ortschef sieht sie als „Druckmittel“.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 17. April 2021 (05:06)
Drei Eisenbahnbrücken wurden rund um Raasdorf gebaut, eine davon war eine Zeit lang nur für Anrainer vorgesehen, mittlerweile ist sie aber wieder „offen“. ÖVP-Bürgermeister Walter Krutis droht aber, sie wieder zu schließen, sollte die S1 nicht gebaut werden.
Kremsmayer

Matthias Kopica, bis vor Kurzem Sportlicher Leiter des FC Marchfeld (Mannsdorf/Groß-Enzersdorf), ärgert sich: „Da baut man eine Riesenbrücke um ein Heidengeld hin und dann darfst du sie nicht befahren.“

Tatsächlich wurden rund um Raasdorf drei Brücken über die Ostbahngeleise gebaut, eine davon, die von Groß-Enzersdorf direkt ins Ortszentrum Raasdorf führte, war gesperrt – nur Anrainer waren ausgenommen. Die Polizei kontrollierte auch fleißig, ob die Gebote eingehalten würden, so Kopica. Beim Lokalaugenschein am Ostersonntag herrschte hingegen bereits reger Autoverkehr, die Verbotsschilder waren weg, nur eine Begrenzung auf 3,5 Tonnen war geblieben.

„Ja, wir haben mit 1. April diese Brücke in Gemeindebesitz übernommen und jetzt gilt eben nur noch die Tonnage-Beschränkung und eine Fahrgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Walter Krutis, der gleichzeitig warnt: „Aber ich werde nicht zögern, sie wieder zu schließen, wenn die S1 nicht gebaut wird.“ Denn der Ausbau der Straßen sei nur für die Zufahrt zur neuen Schnellstraße erfolgt. „Wir haben kein Interesse, dass weiterhin über 30.000 Fahrzeuge täglich durch den Ort donnern“, so Krutis.