Muskelkraft statt Mähdrescher in Spannberg. Familie Geer zeigte Besuchern, wie Landwirtschaft früher betrieben wurde.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 05. August 2019 (18:42)

Das Korn ist reif, auf dem Feld versammeln sich Landwirte mit ihrem Gerät. Statt High-Tech-Mähern stehen allerdings Maschinen bereit, die teilweise 80 Jahre und mehr „am Buckel“ haben – bei den Geers ist wieder historisches Mähen angesagt.

Es ist erstaunlich, dass die alten Traktoren und Mähdrescher überhaupt noch fahren, und doch gaben Mensch und Maschine dem begeisterten Publikum einen Einblick, wie landwirtschaftliche Arbeit früher gemacht wurde. So kam ein Bindemäher zum Einsatz, Baujahr in den 1930ern, der zumindest schon gebundene „Strohbinkl“ auswirft. Ein gewaltiger Fortschritt zur rein manuellen Arbeit, die Hermann Kaufmann, selbst schon über 80 Jahre alt, mit seiner sicher noch wesentlich älteren Holzsense vorzeigte. Mahd für Mahd legte der rüstige Senior mit Präzession auf das Feld. Frauenarbeit war das Binden, die Männer schlichteten „Strohmandl“ auf – eine reichlich krumme Arbeit.

Der Mähdrescher Claas SF – datiert aus 1958 oder früher – mutet dagegen schon futuristisch an. Silbrig glänzend zog das Ungetüm seine Bahnen über das Feld, gelenkt von Daniel Kaufmann. Schlussendlich wurde dem alten Herrn (dem Drescher, nicht dem Fahrer!) aber doch etwas zu heiß und die FF rückte mit dem Schlauch an.

Zwei Kisten Bier war das Gerät seinem ursprünglichen Besitzer wert, seither hat die Maschine ihr Gnadenbrot bei Wolfgang Geer, der zusammen mit einigen Freunden seine Leidenschaft für altes Gerät teilt.

Vor dem Aufkommen von Mähdreschern musste das Korn nach dem Schneiden eben noch gedroschen werden. Staub umwabert das Ungetüm von Dreschmaschine, lärmend angetrieben von einem alten Motor samt Keilriemen, mit Riemenpech gut geschmiert. Feldarbeit anno dazumal war alles andere als einfach und nicht ungefährlich – von heutigen Sicherungen keine Spur. Und es brauchte vor allem viel mehr Menschen, um die Arbeit zu erledigen.

Die Kinder hatten ihren Spaß an den Vorführungen, bei so manchen älteren Besuchern kamen Erinnerungen hoch, sie haben diese Art zu arbeiten teilweise noch selbst erlebt. Geer abschließend: „Wenn jemand noch alte Geräte hat, bitte nicht entsorgen. Rufen Sie uns an, wir sind immer interessiert.“ Die Kontaktdaten sind: Tel. 0664/558 11 90 oder E-Mail: wolfgang.geer@gmx.at.