Hohenau an der March

Erstellt am 01. März 2017, 03:18

von Nina Wieneritsch

Facebook-Präsenz: Suche nach Internet-Freunden. „Es ist kompliziert“: Im echten Leben werden sich Rot und Blau wohl nicht mehr eins. Nun spaltet sich Ort auch virtuell.

Symbolbild  |  Pixabay

Um Facebook-Sprech zu bedienen, könnte man den Streitparteien SPÖ und FPÖ wohl den Beziehungsstatus „Es ist kompliziert“ attestieren – und das nicht nur im echten Leben. Die beiden kochen nun nämlich auch virtuell jeweils ihr eigenes Süppchen, und zwar in Form von zwei ident angelegten Hohenau-Facebook-Seiten.

Zur Erklärung: Dass Gemeinden auf Facebook vertreten sind, ist keine Besonderheit – die meisten haben eine Seite, auf der Neuigkeiten publiziert werden und sich Bürger untereinander oder mit Mandataren austauschen können. Verwaltet wird das Ganze dann meist von einem Funktionär oder Gemeindemitarbeiter. Auch die Facebook-Gruppe „Hohenau an der March“ funktioniert nach diesem Prinzip – sie wird von SP-Vize Wolfgang Gaida, vom geschäftsführenden SP-Gemeinderat Dieter Koch und von Rotkreuz-Ortsstellenleiter Christian Kletzander moderiert.

SP-Mandatar sperrte FP-Chef

Doch die löschen offenbar gerne den einen oder anderen Beitrag. „Für parteipolitisches Hick-Hack haben wir seinerzeit die Gruppe nicht gegründet“, begründet Koch die Vorgehensweise direkt auf Facebook. Und weiter: „Ich lösche jetzt einige Posts und verabschiede hier gleich den Gründer der neuen Gruppe“ – ja, seit Kurzem existiert nämlich wie erwähnt eine zweite, genannt „Hohenau – unsere Gemeinde“.

Links: Geschäftsführender SP-Gemeinderat Dieter Koch sperrte FP-Chef Wlas für die Seite „Hohenau an der March“. Rechts: Hohenaus FP-Obmann Hannes Wlas gründete eine neue Gruppe, „Hohenau – unsere Gemeinde“.  |  Links: SPÖ Rechts: FPÖ

Intention: dieselbe, nur ohne dass „bei Kritik an der Gemeinde oder dem Bürgermeister die Lösch-Taste gedrückt wird“, so Neo-Seiten-Administrator und FP-Ortsobmann Hannes Wlas – eben jener, der von Koch für die „Hohenau an der March“-Seite aufgrund kritischer Kommentare gesperrt wurde. Parteiwerbung habe auch auf Wlas’ Hohenau-Seite keinen Platz – dafür gibt es ja die Partei-Seiten –, konstruktive Kritik sei aber willkommen. Zudem wolle man wöchentlich ein Thema diskutieren, das den Ort bewegt.

Rund 1.200 Mitglieder hat die eine Seite – die am Samstag neu gegründete aktuell um die 200. Dennoch: „Es gibt ja noch ein richtiges Leben außerhalb von Facebook“, wie Koch treffend formuliert. Nur schade, dass das für die Gemeinde kaum einen Unterschied machen dürfte.

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