Hohenau an der March

Update am 10. April 2018, 09:59

von Nina Wieneritsch

FP-Ortspartei ist Geschichte. Vorstand legte geschlossen Funktion zurück, hoffte aber auf Einlenken der Landespartei – ohne Erfolg.

„In der Partei ist momentan alles sehr chaotisch“, so Hannes Wlas, der bald wieder in die FP aufgenommen werden soll.  |  FPÖ

Eine bewegte Woche liegt hinter der freiheitlichen Ortsgruppe: Am Dienstag hatte der Hohenauer FP-Vorstand (Hannes Wlas, Peter Bartosch, Wolfgang Krichbaumer) überraschend bekannt gegeben, „aus Verantwortung gegenüber der Bevölkerung“ geschlossen zurückzutreten. Ein paar Tage später plötzlich die Verlautbarung, dass es doch noch Gespräche mit der Landespartei gebe.

Jetziger Stand der Dinge? „Wir wollen die Ortsgruppe weiterführen, außer die Landespartei möchte das nicht“, so Hannes Wlas, Obmann der Hohenauer FP – aktuell aber ohne Parteimitgliedschaft. Rückblick: Bei der konstituierenden Sitzung nach der Nationalratswahl im November vergangenen Jahres stellte sich heraus, dass Wlas aktuell kein Parteimitglied ist, weil er zwischenzeitlich dem BZÖ angehörte.

„Wir wollen die Ortsgruppe Hohenau weiterführen, außer die Landespartei möchte das nicht.“Hannes Wlas, FP-Ortsparteichef in Hohenau

Ein Ausschluss von der FPÖ fand nie statt, allerdings fehlt bis dato die Wiederaufnahme. Diese wird vom Bundesparteivorstand vollzogen, wenn der Landesparteivorstand seinen Sanctus gegeben hat. Trotz fehlender Parteimitgliedschaft wurde Wlas zweimal zum Hohenauer Ortsgruppen-Obmann gewählt (die NÖN berichtete). „Eine solche Situation gab es bis jetzt nicht“, so Wlas.

Er habe von der Landespartei die Anweisung erhalten, weiterhin als Obmann aufzutreten, bis eine Lösung gefunden wird. Passiert sei bis heute nichts. Etliche Schreiben an die Landes-Chefs seien unbeantwortet geblieben – „Das war der Auslöser für uns, geschlossen zurückzutreten“, berichtet Wlas.

„Rücktritte wurden zur Kenntnis genommen“

Und jetzt? „Angeblich soll meine Wiederaufnahme im nächsten Landesparteivorstand genehmigt werden.“ Außerdem soll laut Wlas „zeitnah“ ein Treffen mit dem Landesparteivorstand stattfinden, um über die Zukunft der Ortsgruppe zu entscheiden. 

FP-Landesparteisekretär Christian Hafenecker: „Die Rücktritte wurden zur Kenntnis genommen.“  |  NOEN

FP-Landesparteisekretär Christian Hafenecker weiß davon nichts: „Die Rücktritte wurden zur Kenntnis genommen.“ Soll heißen: Ein Zurück gibt es nicht. „Laut unseren Parteistatuten ist ein Rücktritt vom Rücktritt nicht möglich.“

FP-Bezirksparteichef Herbert Steindl kündigt indes bereits die Gründung einer neuen Ortsgruppe an: „In Hohenau stehen integere Persönlichkeiten bereit, die sich schon lange freuen, nach Einkehr von Vernunft eine vorzeigbare Ortsgruppe zu bilden.“

Und er gibt sich kämpferisch, wolle den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen: „Blickt man auf das Ergebnis der Nationalratswahl – bester Bezirk in NÖ –, hat man gesehen, wohin ich mit meinem Team diesen Bezirk dauerhaft lenken werde.“

"Dann werde ich der Politik den Rücken kehren"

Schon im Vorfeld fragte die NÖN bei Wlas nach, was passiert, wenn die Ortsgruppe nicht wieder zusammenkommt. „Dann werde ich der Politik den Rücken kehren“, so seine Antwort. Eine „hell- bis mittelblaue Bürgerliste“ zu gründen, daran habe er kein Interesse. Obwohl ihn der Bürgermeister-Sessel in Hohenau durchaus reizen würde – die Chance, auf diesem Platz zu nehmen, sei in der roten Gemeinde allerdings „unrealistisch“, so Wlas.

Kurze Zeit hieß es, dass der Hohenauer FP-Vorstand geschlossen zur Freien Liste Österreich (FLÖ) wechselt. Diese Gerüchte gerieten in Umlauf, weil Cornelia Makowsky, Obfrau der FLÖ Ladendorf (Bezirk Mistelbach), Anfang der Woche auf Facebook zum Rücktritt, einem „mutigen Schritt“, gratulierte.

Der Hohenauer FP-Vorstand also bald bei der FLÖ? Wlas dementiert: „Da schließe ich mich lieber mit Eva Glawischnig zusammen und wir gründen die Grünen noch einmal neu.“