Schutt beim Campus: Die Grünen sind empört

Erstellt am 11. Mai 2022 | 05:53
Lesezeit: 3 Min
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Renate Sassmann, Elisabeth Ziernhöld, Christian Schimek und Albert Dlabaja ärgern sich über Schutt beim Schulcampus.
Foto: Grünen
Öko-Partei kritisiert ungesicherte Lagerung und verwehten Müll im Ort Hohenau. SPÖ-Ortschef Wolfgang Gaida kontert: „Die suchen nach Styroporkugerln.“
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In der Gemeinde finden gerade umfangreiche Bauarbeiten zur Errichtung eines modernen Schulcampus statt ( die NÖN berichtete ). Die dabei abgetragenen Baustoffe müssen aber irgendwo zwischengelagert werden.

Die Hohenauer Grünen, allen voran Ortsgruppensprecherin Elisabeth Ziernhöld, üben harsche Kritik an der Gemeindeführung. Die Ablagerung des „Mists“, wie sie das nennen, erfolge ungesichert und illegal. Besonders problematisch sei, dass es sich dabei auch um Sondermüll wie Dämmplatten, Styropor und Plastik handle. Dies stelle eine Gefahr dar. Man habe bereits Kinder auf den Müllbergen spielen sehen.

Ziernhöld: „Am Anfang handelte es sich nur um Sand und Ziegel, das war in Ordnung. Ich sehe auch ein, dass das alles eine komplizierte Sache ist. Aber jetzt befindet sich dort Sondermüll.“ Durch Verwehungen habe sich dieser zudem quer über die Gemeinde verteilt und beim Rasenmähen seien Styroporreste in die Natur „eingearbeitet“ worden. Man habe sich bereits freundlich an SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Gaida und an SPÖ-Umweltgemeinderat Dieter Koch gewandt. Gebracht habe das alles nichts.

Den im April durchgeführten Frühjahrsputz bezeichnet die Grüne in diesem Zusammenhang als absurd. Sie bemängelt allgemein fehlendes Umweltbewusstsein in der Gemeinde und dass es kein Miteinander gebe.

Bürgermeister: Wie ich es mache, ist es falsch

Was sagt der Bürgermeister zu den Vorwürfen der Öko-Partei? „Das ist kein Müll, es handelt sich um Bauschutt.“ Alles liege fein säuberlich getrennt – Erde, Sand und Schutt. „Wir bauen gerade und was anfällt, wird zwischengelagert und kommt dann weg. Ich habe den Grünen bereits alles erklärt und dann gehen sie zur Presse“, ist Gaida empört. Statt Anerkennung zu spenden, dass für die Kinder etwas Gutes entstehe, würden sie nach Styroporkugerln suchen.

Gaida weiter: „Wenn wir jedes Häuferl einzeln wegführen, wird das Ganze noch umweltunfreundlicher. Wie ich es mache, ist es falsch – für die Grünen ohnehin!“

Koch äußert sich zur Causa ebenso: „Bei einer Baustelle dieser Größenordnung muss man diese Umstände bis zu einem gewissen Grad hinnehmen. Wenn wirklich Gefahr im Verzug ist, müssen wir ein Betretungsverbot veranlassen und ein Schild anbringen, das besagt, dass Eltern für ihre Kinder haften.“ Das könne kurzfristig organisiert werden.

Übrigens: Der „Mist“ ist mittlerweile verschwunden, man hat ihn zwischenzeitlich abgeholt.

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