Warten auf Bescheid für den Windpark III. Genehmigung für acht weitere Anlagen ist aufgrund eines Einspruchs noch ausständig, der Betreiber rechnet allerdings noch heuer mit einer Bewilligung.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 10. November 2017 (04:21)
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Viele Windräder drehen sich im Bezirk bereits und produzieren beträchtliche Mengen an erneuerbarer Energie. In Zukunft sollten acht weitere Anlagen errichtet werden.
Mauritsch

Sachverständige, Juristen, Betreiberfirma, Techniker, Verhandlungsführer, dazu Technik und Informationsmaterial – aber keine einzige Partei oder auch nur ein Zuhörer! Dieses Bild bot sich bei der Verhandlung im Zuge des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens zum Projekt Windpark III. Nur VP-Bürgermeister Hermann Gindl schaute kurz vorbei, um die handelnden Personen zu begrüßen.

Franz Plochberger von der Smart-Energy-Betriebs-GmbH erklärt, warum das so ist: „Eine Person aus Wien hat Einspruch erhoben. Das Gesetz sieht in so einem Fall die Anberaumung einer öffentlichen Verhandlung vor. Und dann ist diese Person nicht einmal gekommen.“ Plochberger erwartet nach dem jetzigen Stand einen positiven Bescheid noch in diesem Jahr. Trotzdem hat die praktische Umsetzung derzeit einen Zeithorizont von fünf bis sechs Jahren, bedingt durch Faktoren wie Ökostromgesetz, Marktpreis oder auch Förderzusage.

Franz Plochberger plant die Erweiterung des Windparks in Hohenruppersdorf.
privat

Auch die teils umstrittene „Weinviertel-Leitung“ (die NÖN berichtete) spielt hinein. „Ohne eine leistungsfähige Stromleitung können wir mit den neuen Anlagen nicht ans Netz gehen“, so Plochberger, der noch mit Widrigkeiten zu kämpfen hat.

Errichtet werden sollen acht Anlagen, drei davon im sogenannten „Re-Powering“, der technischen Hochrüstung bereits bestehender Windräder. Mit einer Turmhöhe von 135 Metern und einem Rotordurchmesser von 126 Metern fügen sich die neuen Anlagen größenmäßig in die bereits bestehenden ein. Die Leistung ist jedoch wesentlich höher, sodass Strom für rund 25.000 Haushalte erzeugt werden kann.

Die breite Akzeptanz in der Gemeinde sieht Plochberger im sogenannten „Flächenmodell“ begründet. Nutzungsgebühren, aber auch Kaufpreisanteile kommen dabei im Verhältnis 50:50 nicht nur den direkt betroffenen Eigentümern zugute, sondern allen im Bereich des Windparks gelegenen Grundstücksbesitzern. Eines möchte Plochberger noch anmerken: „Ich danke allen Grundeigentümern, der Bevölkerung, der Gemeindevertretung und Hermann Gindl für die positive Unterstützung.“