Gänserndorf

Erstellt am 06. Dezember 2018, 05:00

von Thomas Schindler

Jubiläum: Rudolf Plessl seit 10 Jahren Nationalrat. SPÖ-Parlamentarier Rudolf Plessl aus Gänserndorf zieht anlässlich seines Jubiläums Bilanz und erklärt den großen Unterschied zwischen Kommunal- und Bundespolitik.

Rudolf Plessl (51) fungierte von 2006 bis 2016 als Bürgermeister von Untersiebenbrunn. Zuvor war er hauptberuflich als Kriminalpolizist tätig. Am 28. Oktober 2008 zog Plessl für die SPÖ ins Parlament ein, dem er bis heute angehört.  |  Schindler

Der gebürtige Untersiebenbrunner und seit 2016 Gänserndorfer Rudolf Plessl zog vor zehn Jahren, genauer am 28. Oktober 2008, als SP-Abgeordneter ins Parlament ein. Im NÖN-Gespräch erinnert sich der 51-Jährige auch zurück an seine ersten politischen Gehversuche.

NÖN: Wie kamen Sie eigentlich zur Politik?

Plessl: Angefangen hat alles im Jahr 1997. Damals gab es in Untersiebenbrunn eine Volksbefragung, an der ich im Vorfeld mitgearbeitet hatte. Wir wollten wissen, ob die Arzt-Ordination, die im ersten Stock des Gemeindeamts untergebracht war, einen Aufzug bekommen oder ob ein neues ebenerdiges Ärztezentrum gebaut werden sollte. Die Mehrheit sprach sich für Letzteres aus. Dieses soziale Projekt war mein erster Zugang zur Politik. 2000 zog ich in den Gemeinderat ein.

Wie ging es dann weiter?

Plessl: 2001 wurde ich geschäftsführender Gemeinderat, 2005 Vizebürgermeister und 2006 schließlich Bürgermeister. Zehn Jahre später trat ich als Gemeindechef zurück, um mich voll auf die Arbeit als Nationalrat konzentrieren zu können.

Was ist der große Unterschied zwischen Kommunal- und Bundespolitik?

Plessl: In der Gemeindepolitik kann man alles schneller umsetzen. Auf Bundesebene dauert es viel länger und die Geldsummen sind natürlich wesentlich höher. Trotzdem macht es im Parlament Spaß, wenn man sieht, dass Projekte, die man einst mitbeschloss, später realisiert werden – zum Beispiel der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung des sogenannten Marchegger Astes, also der Ostbahn zwischen Wien und Bratislava. Den hatten wir 2014 genehmigt, mittlerweile wird daran gebaut und 2023 soll das Projekt fertiggestellt sein.

Ihr Thema im Nationalrat ist die Sicherheit. Welchen Ausschüssen gehören sie dort an?

Plessl: Dem Landesverteidigungs-Ausschuss, bei dem ich Sprecher der SPÖ bin, dem Ausschuss für Inneres, dem Rechnungshof-Ausschuss, dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss, bei dem ich Vorsitzender der SPÖ bin, und noch zwei geheimen Ausschüssen, über die ich – wie der Name schon sagt – nicht sprechen darf.

Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann einmal in die Kommunalpolitik zurückzukehren?

Plessl: Ich schließe grundsätzlich nie etwas aus. Derzeit habe ich diesbezüglich aber keinerlei Ambitionen, weil ich zeitlich völlig ausgelastet bin. Neben den Parlaments- und Ausschuss-Sitzungen kommen ja noch jede Menge regionale Veranstaltungen dazu, die ich besuchen will und muss, sowie Parteitermine auf Bundes- und Bezirksebene.