Food-Bloggerin Verena Pelikan kocht vor Wut. Pelikan durfte trotz ihrer Reichweite nicht an Kulinarik-Projekt mitarbeiten. Verantwortlicher nimmt Stellung.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 19. Juni 2019 (03:56)
Winter
Food-Bloggerin Verena Pelikan fühlt sich von „Weinviertel Tourismus“ übergangen.

Food-Fotografie und -Videos – also die ansprechende Darstellung von kulinarischen Gerichten – sind die Leidenschaft von Verena Pelikan. Die Jedenspeigenerin ist Gründerin der Seite „Sweets & Lifestyle“ und mittlerweile die Food-Bloggerin mit der größten Reichweite im deutschsprachigen Raum (die NÖN berichtete).

Um ihren Bezug zur Region zu zeigen, stellte Pelikan ihre Ideen auch den Verantwortlichen von „Weinviertel Tourismus“ vor. Das Unternehmen rief im Frühjahr 2017 das Projekt „Weinviertler Küche (wieder)entdecken und erleben“ ins Leben. Mit einem Budget von 559.000 Euro soll dabei mit Partnerbetrieben die Weinviertler Kulinarik definiert und entsprechend vermarktet werden.

„In anderen Regionen wird sehr auf die lokale Wirtschaft – zu der auch Blogger zählen – gesetzt. Nur bei uns anscheinend nicht.“ Food-Bloggerin Verena Pelikan

Diesbezüglich brachte auch Pelikan Vorschläge ein – erfolglos. Denn obwohl beim Projekt auch Fotos und Videos erstellt werden, wurde eine Zusammenarbeit abgelehnt. Pelikan ist verärgert: „Ich verstehe nicht, warum die reichweitenstärkste Food-Bloggerin, die noch dazu aus dem Weinviertel ist und für die Region Werbung macht, ausgeklammert wird.“

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Johannes Pleil von „Weinviertel Tourismus“: „Sie war für unser Projekt nicht ganz passend.“

Projektleiter Johannes Pleil von „Weinviertel Tourismus“ fand den damaligen Termin „sehr gut und wichtig“ – Pelikan trage dazu bei, dass regionale Produkte besser wahrgenommen werden. Aber: „Ihr Angebot, zum Beispiel Fotos und Videos, war schon an andere Firmen vergeben. Außerdem präsentierte sie uns, dass der Großteil ihrer Follower und Leser aus Deutschland kommt, was gerade in diesem Projekt nicht so ganz passend für uns war. “

Noch etwas stößt Pelikan sauer auf: Ihr Lebensgefährte, der Jedenspeigener Brennmeister Roman Kraus, sei von der Kulinarik-Reihe „Tafeln im Weinviertel“ ausgeschlossen worden – obwohl vereinbart worden sei, dass er dabei ist. Davon hat Pleil noch nichts gehört: „Von einem kurzfristigen Ausschluss weiß ich nichts. Wir bekommen erst nächste Woche das Menü und beteiligte Produzenten von Familie Kruder zugeschickt.“ Diese betreibt das Zistersdorfer Gasthaus „Zum Grünen Baum“ und richtet das Tafeln – unter den Rahmenbedingungen von „Weinviertel Tourismus“ – aus.