12.000 Fotos von Greißlerei. Im dritten Teil der Interview-Reihe zum „Pawelka“ schildert der leidenschaftliche Fotograf Felix Ernst seine Erinnerungen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 13. Mai 2017 (05:00)
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Felix Ernst, im Gespräch mit Edeltraud Hruschka vom Museumsdorf, war ein leidenschaftlicher Fotograf. Seine Bilder dienen als Anschauungsmaterial.
Mauritsch

Von Alfons Pawelka, Betreiber der gleichnamigen Greißlerei in zweiter Generation, lernte Felix Ernst, wie man Fotos entwickelt. Der Bub und der Geschäftsmann teilten diese Leidenschaft. Edeltraud Hruschka vom Museumsdorf Niedersulz interviewte den begeisterten Fotografen als Zeitzeugen zur Ausstellung „Greißlerei Pawelka“. Die NÖN war exklusiv mit dabei.

Der emeritierte Geschäftsführer der Winzergenossenschaft wuchs als Sohn einer Wirtsfamilie in Jedenspeigen auf. Die Mutter schickte ihn zum Einkaufen – vor allem Zigaretten standen auf der Liste, denn die bekam man nur beim Pawelka. Ein Ereignis für den kleinen Felix waren die Großeinkäufe, auch für das Wirtshaus: „Da bekamen wir immer ein ganzes Stanitzel Zuckerl gratis – das gab es sonst nirgends.“

Auch nicht so gängige Waren führte Pawelka

Besonders aufregend war das Besorgen von nicht so gängigen Artikeln. Dann verschwand der Kaufmann mit den Worten „Das muss ich aus dem Magazin holen“. Ernst erinnert sich: „Das waren für mich sehr geheimnisvolle Momente, das Magazin bekam man ja nie zu sehen.“

Alfons Pawelka war wohl ein geselliger Zeitgenosse, er machte gerne Witze – auch über sein eigenes Gewerbe – und verkaufte sonntags über ein kleines Fenster dringend Benötigtes. Platz war Mangelware in dem sonst gar nicht so kleinen Geschäft der Pawelkas. Ernst hat das Aussehen des Ladens noch genau im Kopf: „Waren, die nicht so oft gekauft wurden, hingen an der Decke. Sogar ein Fahrrad baumelte hier einige Zeit.“

Seine erste Kamera bekam Ernst mit elf Jahren. Die äußerst umfangreiche Sammlung des begeisterten Fotografen von über 2.000 Schwarz-Weiß-Bildern und mehr als 10.000 in Farbe war für das Museumsdorf unerwartete Quelle historischer Aufnahmen rund um die Greißlerei und die Nahversorgung im Ort. Viele der Bilder stammen von Ernst selber, einen Gutteil trug er zusammen.