Flucht durch die March . Ein 17-Jähriger stahl im Supermarkt, brach bei einem Imker ein und verletzte Polizistin.

Von Red. Gänserndorf. Erstellt am 26. Juli 2020 (03:13)
Am Landesgericht Korneuburg schilderte ein Slowake seine Diebstähle im Bezirk und die Flucht durch die March.
Löwenstein

Ein 17-jähriger Slowake kam zweimal nach Österreich, um zu stehlen. Beide Male wurde er auf frischer Tat ertappt, beide Male versuchte er zu fliehen: einmal schwimmend durch die March. Vergangenen Mittwoch musste er sich im Landesgericht Korneuburg wegen der Diebstähle verantworten.

Im September 2019 ließ er zuerst eine Flasche Alkohol aus der Billa-Filiale in Mannersdorf mitgehen, dann hätten ihn zwei Freunde dazu überredet, in die nahegelegene Garage eines Imkermeisters einzubrechen. Die Jugendlichen horteten das Diebesgut im Wert von mehr als tausend Euro vor der Garage, bis der Imker aus dem Haus kam, weil er Geräusche in der Garage hörte. „Ich dachte zuerst, dass das meine Bienen sind“, berichtete er.

Imker wurde mit eigener Machete bedroht

Zunächst wollte er den Jungen bei der Flucht aufhalten, überlegte es sich jedoch rasch anders, als er seine eigene etwa 70 Zentimeter lange Machete in dessen Hand entdeckte. „Ich bin ehemaliger Berufssoldat und wusste, dass ich jetzt lieber zur Seite gehe“, berichtete der Imker. „Ich halte niemanden mit einer Waffe in der Hand auf.“ Er verwende dieses Messer eigentlich, um Büsche für seine Bienenstöcke zu fällen. Der Teenager sei dann geflüchtet und durch die March zurück in die Slowakei geschwommen. Das sorgte für Schmunzeln im Gerichtssaal.

Ein Monat später kam der 17-Jährige erneut nach Österreich, vorgeblich, um seine Schwester zu besuchen. Dann stahl er erneut beim Billa in Mannersdorf, dieses Mal Lebensmittel und Kosmetika, die er zu Hause verkaufen wollte. Als ihn eine Polizistin stellte, versetzte er ihr einen Stoß, wodurch sie zu Sturz kam. Der Angeklagte flüchtete, die Polizeibeamtin erlitt einen Sehnenriss und Schürfwunden. „Ich hatte Angst vor der Polizei, ich wollte nur weg“, erklärte der Jugendliche schließlich im Zeugenstand.

Ein Schöffensenat unter Vorsitz des Richters Rainer Klebermaß befand den Angeklagten des Diebstahls und der Nötigung schuldig und verurteilte ihn zu sechs Monaten bedingter Haft, die ihm nach einer Bewährungszeit von drei Jahren erlassen werden. „Das ist angesichts seiner Unbescholtenheit und seines Alters eine angemessene Strafe“, meinte der Richter.