Mazda vor Hyundai und VW im Bezirk Gänserndorf. Renault im Bezirk am vierten Platz. Nur 2,2 % fahren elektrisch.

Von Thomas Schindler, Robert Knotz, Lisa Unterreiter und Stefan Havranek. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:28)
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3.132 Pkw wurden laut Statistik Austria im Vorjahr im Bezirk Gänserndorf neu zugelassen. Mazda führt mit 541 Autos das Ranking an. Dahinter folgen Hyundai (350), Volkswagen (291) und Renault (241). Was sagen die betroffenen Autohändler im Bezirk zu den Zahlen bzw. wie zufrieden sind sie mit der Marktentwicklung? Die NÖN hörte sich um.

Alfred Koller, Mazda-Händler in Mannsdorf, sieht sich nicht allein als Sieger: „Im Bezirk gibt es insgesamt vier Autohäuser, die Mazda anbieten.“ Somit sei es logisch, dass diese japanische Automarke präsenter ist als zum Beispiel die französischen Marken, deren Händler im Bezirk nicht so stark vertreten sind.

„Ich glaube nicht, dass Elektroautos die perfekte Lösung sind – wegen der Akku-Problematik.“ Gerhard Schey, Geschäftsführer von VW-Wiesinger

Wie sieht Koller eigentlich den Trend zum Elektroauto – derzeit fahren 2,2 Prozent der Autobesitzer im Bezirk mit Strom? „Die Firma Mazda wird ab Herbst ihr erstes E-Auto vorstellen. Unsere Kunden fragen danach, aber eher zögernd.“ Der höhere Anschaffungspreis schrecke viele noch ab. Ob das E-Auto wirklich die Zukunft ist, entscheide ohnehin nur der Konsument, glaubt Koller: „Und natürlich die Politik, die die Rahmenbedingungen vorgibt.“ Wird der Sprit unleistbar teuer, werde den Bürgern nichts anderes übrig bleiben als auf ein E-Auto umzusteigen.

Birgit Konrad, Geschäftsführerin der Firma Intercar (Hyundai) in Strasshof, sieht die Thematik mit Elektroautos immer deutlicher: „Speziell für Firmenkunden sind E-Fahrzeuge aufgrund des Vorsteuerabzuges und der Sachbezugsbefreiung interessant.“ Die Diesel-Krise spüre man nicht direkt beim Verkauf von Autos.

Auch Gerhard Schey, Geschäftsführer von VW-Wiesinger in Gänserndorf, meint, dass die Diesel-Krise für seinen Betrieb kaum spürbar sei: „Im Gegensatz zu anderen Industriezweigen ist das, was bei der Diesel-Krise passiert ist, eigentlich eine Kleinigkeit.“ Obwohl das vergangene Geschäftsjahr schwächer war als das Jahr zuvor, ist er mit der Entwicklung des Autohauses zufrieden.

Einigkeit bei den Händlern herrscht ebenfalls in Bezug auf den steigenden Trend der Elektromobilität. „Aber man muss sich das genauer anschauen. Im Betrieb sind diese Fahrzeuge natürlich umweltfreundlich. Aber ich glaube nicht, dass sie die perfekte Lösung sind“, behauptet Schey. Damit meint er vor allem die Umweltbelastung, die durch die Erzeugung und Entsorgung der Akkus entsteht. Außerdem sei die Infrastruktur der Lademöglichkeiten noch nicht zufriedenstellend.

Den Trend zum E-Auto bestätigt auch Gerhard Lauer, er vertreibt Renault- und Dacia-Modelle in Gänserndorf: „Durch die neue Generation der Akkus sind Reichweiten von knapp 400 km kein Problem mehr.“ Auch gebe es Fördermodelle, die zum Kauf anregen. Durch die europaweite Vorgabe der reduzierten CO -Werte und der Diskussion über eine CO -Steuer gehe der Trend zu Hybrid- und Elektromodellen.

Die Diesel-Krise habe zu einer Verunsicherung der Kunden geführt. Diese tendieren laut Lauer eindeutig zu Neuwagen, Tageszulassungen und Jungwagen. „Alleine durch die niedrigen CO -Werte und die bestehenden Fahrzeug-Garantien“, so Lauer, der kürzlich ein neues Autohaus in Gänserndorf eröffnete: „Da wir mit den Marken Renault und Dacia die Bedürfnisse unserer Kunden ausgezeichnet abdecken, sind wir sehr zufrieden – bei Renault durch das Angebot der Elektromodelle und bei Dacia für die preisbewussten Käufer.“

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