Angelobung in Marchegg: Störche, Schloss und Soldaten

Erstellt am 12. August 2022 | 04:48
Lesezeit: 3 Min
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Trotz Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke bewahrten die Rekruten bei ihrer Angelobung im Schlosspark Haltung.
Foto: Spet
Das Ambiente, das Marcheggs Bürgermeister Gernot Haupt den Rekruten bot, war „schon fast kitschig“.
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„Meine Angelobung ist etwa 35 Jahre her und war sehr erhebend“, erinnerte sich Marcheggs ÖVP-Bürgermeister Gernot Haupt, als er den 62 Rekruten des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 3 aus Mistelbach im Schlosspark gegenüberstand. Woran erinnert er sich noch? „An die langen Reden der Politiker“, hielt er sich bewusst kurz – in Anbetracht der heißen Temperaturen.

Niederösterreichs Militärkommandant Martin Jawurek erinnerte in seiner Rede daran, dass sich durch Corona vieles verändert habe. „Nun sind wir wieder da, wo wir hingehören: in der Mitte der Bevölkerung.“ Eine Angelobung sei immer eine große Auszeichnung für eine Gemeinde und eine Chance, sich den Gästen zu präsentieren.

Seit 24. Februar, dem Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine, sei wohl allen bewusst, dass auch Österreich ein einsatzfähiges Bundesheer brauche. Darum ist er stolz auf die jungen Soldaten, dass sie sich entschieden haben, ihr Land mit der Waffe zu verteidigen. „Ich fordere Sie auf: Werden Sie Markenbotschafter des Bundesheeres.“

Für ÖVP-Landtagsabgeordneten René Lobner sei es jedes Mal ein beeindruckendes Bild, wenn er die jungen Soldaten bei einer Angelobung sieht. Sich für den Dienst an der Waffe zu entscheiden, sei nicht selbstverständlich und nicht immer einfach.

„Sie haben die richtige Entscheidung getroffen“

„Ihr seid immer da, wenn die Bevölkerung euch braucht“, erinnerte auch Lobner an die Corona-Zeit und daran, dass erste Teststraßen nicht ohne die Hilfe des Bundesheeres durchgeführt hätten werden können. Aber auch beim Grenzschutz oder Katastropheneinsätzen sei das Bundesheer stets zur Stelle. „Sie haben die richtige Entscheidung getroffen“, richtete sich der Abgeordnete an die Rekruten.

Diese durften danach „in schon fast kitschigem“ Ambiente, wie Lobner mit Blick aufs Schloss Marchegg und die Störche auf den Rauchfängen meinte, ihr Treuegelöbnis schwören. Jawurek gratulierte dem kommandierenden Soldaten Herwig Graf zur perfekten Haltung seiner Rekruten. Mit dem „Großen Zapfenstreich“ endete die Angelobung.

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Kasernenkommandant Hans-Peter Hohlweg dankte Bürgermeister Gernot Haupt für die Gastfreundschaft mit einem Präsent – einer Luftaufnahme von Marchegg.
Foto: Spet

„Das ist die erste Rückgabe der Feldzeichen, bei der mir Störche zuschauen“, stellte auch Kasernenkommandant Hans-Peter Hohlweg fest. Es war bereits die dritte Angelobung innerhalb von drei Wochen, die ihn und seine Kaserne in den Bezirk Gänserndorf führte.

Mit der traditionellen Rückgabe der Standarten endete der offizielle Teil der Veranstaltung. Für die Ehrengäste gab’s danach noch einen Schluck Cognac. „Ein guter Brauch“, wie ein Gast bemerkte. Bürgermeister Haupt bedankte sich bei der Truppe für „eine wunderbare Angelobung“.

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