Halbgötter in Weiß vergrault. Über den Frust der praktischen Ärzte wegen der Impfungen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 07. April 2021 (04:30)

Man kann seine Entscheidung nachvollziehen: Der beliebte Allgemeinmediziner Florian Imböck, der jahrelang in einer Gänserndorfer Gemeinschaftspraxis ordiniert hatte, zog sich aus eben jener zurück – aus Frust. Er wollte nicht mehr länger der Sündenbock für die ständigen Pannen im Zuge der Corona-Impfungen sein. Als solcher musste der Mediziner, der an vorderster Front zu den Patienten stand, herhalten.

Imböck spricht mehreren seiner Berufskollegen aus der Seele. Auch Praktiker Philipp Balga aus Strasshof ist vom System genervt. Tagelang hatte er Atteste für seine Patienten, die zur Risikogruppe gehören, geschrieben, ehe er dann aus den Medien erfuhr, dass diese doch nicht notwendig seien, damit die Betroffenen einen früheren Impftermin bekommen.

Das Ganze ist gefährlich: So werden nämlich durch unausgegorene, falsche oder fehlende Informationen Ärzte vergrault, die gerade jetzt – im Kampf gegen die Pandemie – unsere wichtigsten Partner sind.