(Auch) das ist sportlicher Erfolg. Über Rudi Reznyik und den SC Engelhartstetten.

Von David Aichinger. Erstellt am 20. Mai 2020 (04:39)

Die Recherche rund um den Rückzug von Rudi Reznyik als Sek tionsleiter des SC Engelhartstetten war interessant. Den vielleicht spannendsten Satz sprach dabei dessen Stellvertreter Josef Havranek, kundgetan während der Lobeshymne auf den Funktionärskollegen, der seine Aufgabe in Zeiten einer „totalen Krise“ gestartet habe und die sportliche Verantwortung nun in weit besserem Zustand an den nächsten weitergebe.

Havraneks Fazit dazu: „Unsere sportlichen Erfolge (in den letzten sechs Jahren) waren jetzt nicht riesengroß, aber wir sind ein kleinerer Verein, haben jetzt keine Probleme, zwei Mannschaften zu stellen, und viel Nachwuchs, den wir hoffentlich halten werden.“

Interessant ist dieses Zitat, weil es einerseits von Reife zeugt, andererseits aber die eigene Leistung kleinredet. Zu viele Funktionäre in den untersten Ligen verwenden beim Bewerten von Erfolg einen bestimmten Maßstab. Sie gehen dabei in erster Linie nach der Liga, in der man spielt, und dem Tabellenplatz, den man dort erreicht. Dabei ist all das, was Havranek im zweiten Teil des Zitats erwähnt, sportlicher Erfolg. Hauptaufgabe eines „Dorfvereins“ ist und bleibt, möglichst viele Kinder regelmäßig zu bewegen, möglichst viele davon bis in den Erwachsenenfußball zu führen und sie im besten Fall langfristig an Sport, Verein und Dorf zu binden.

Um das zu schaffen, muss man ganz unten beginnen, weshalb auch Reznyiks Schritt von der Ersten hin zur Jugend bemerkenswert ist. Mit der NSG Marchfeld folgen der SC Engelhartstetten und seine Partnervereine seit Sommer proaktiv einem Zukunftstrend. Diesen nicht halbherzig anzugehen, sondern die engagiertesten Köpfe dafür abzustellen, wird sich früher oder später lohnen.