Dem Philosophen fehlen die Worte. Über den Rücktritt von Untersiebenbrunns Bürgermeister.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 13. Juni 2019 (02:50)

Er wurde immer als umgänglicher, aber unkonventioneller Zeitgenosse beschrieben. Manche bezeichneten ihn auch liebevoll als „schrägen Vogel“ oder „verwirrten Professor“ bzw. „Polit-Philosophen“. Die Rede ist von Reinhold Steinmetz, der am Dienstag als SP-Bürgermeister von Untersiebenbrunn zurücktrat.

Steinmetz war kein typischer Politiker und schon gar kein bedingungsloser Parteisoldat. Passte ihm etwas am Vorgehen seiner Genossen nicht, sprach er dies auch offen aus. Wurde ihm diese Geradlinigkeit zum Verhängnis? Eigentlich nicht. Das größte Problem für ihn waren die ständigen Attacken des politischen Gegners, gekoppelt mit anonymen Anzeigen gegen ihn. Dies alles zehrte an seinen Nerven, bis er gesundheitlich nicht mehr konnte und die Reißleine ziehen musste.

Dem Philosophen fehlten die Worte. Er fand kein passendes Rezept, die Untergriffigkeiten zu parieren. Vielleicht war Steinmetz einfach zu gutmütig für die intrigante Politik.