Fortsetzung ist unwahrscheinlich. Über die mögliche Trennung von Stripfing und Angern.

Von David Aichinger. Erstellt am 27. Mai 2020 (03:52)

Ein Jahr nach einer groben Veränderung ist gewöhnlich ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Bei der SG Stripfing/Angern fällt diese relativ bescheiden aus. Die Ostligamannschaft war zwar bis zum Abbruch Fünfter, hat mit der SG aber wenig zu tun. Wo Stripfing/Angern draufsteht, war in diesem Fall nur Stripfing drin. Spannender war da das zweite Team, wo Angern den Stamm bildete, aber Unterstützung von Stripfing bekommen sollte. Hier lag das Potenzial für Zusammenarbeit. Und jenes für Probleme.

Die begannen mit der späten Eheschließung im Juni 2019. Angerns Kaderplanung war da so gut wie fertig – für die zweite Klasse wohlgemerkt. Stripfing hingegen musste manchem Reservekicker, der fix mit einem Verbleib rechnete, doch absagen. Marco Michetschläger, als Trainer einer reinen Stripfinger 1b geplant, wurde als „Co“ der Ersten getröstet. Im Herbst folgten Niederlagen, die Degradierung von Aljoscha Kroboth vom Spielertrainer zum Trainer zum Ex-Trainer, Unstimmigkeiten, wer wann wo trainieren und spielen sollte. Wer da im Detail welche Entscheidung traf, lag für die Öffentlichkeit oft im Dunkeln.

Verständlich sind diese Anlaufschwierigkeiten allemal, und Stripfing und Angern hatten Pech, es nicht schon im Frühjahr besser machen zu können. Dann also im Herbst? Unwahrscheinlich! Klar mindern die offenen Zukunftsfragen im Fußball-Unterhaus ein wenig den Zeitdruck, aber wer Ende Mai noch nicht miteinander über so eine grundlegende strukturelle Angelegenheit gesprochen hat, wird das Projekt auch kaum ernsthaft weiterbetreiben wollen. Auch das ist unterm Strich aber nicht die ganz dicke Überraschung. So richtig breite Akzeptanz fand die SG in beiden Lagern gefühlt nie.