Reden, bis das Mikro weg ist. Über neue Gepflogenheiten bei Gemeinderatssitzungen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:11)

Gänserndorfs Grünen-Gemeinderätin Margot Linke war die Erste, der der Mund verboten wurde. Wie berichtet, sprach sie während der Gemeinderatssitzung nicht zum Thema des betroffenen Antrags, worauf ihr VP-Bürgermeister René Lobner das Wort entzog. Linke nahm das Redeverbot zähneknirschend zur Kenntnis und beendete ihre Rede.

Nicht ganz so schnell gab !wir-Stadtrat Peter Lauppert in der Deutsch-Wagramer Gemeinderatssitzung auf. Trotz mehrmaliger Ordnungsrufe durch VP-Vizebürgermeisterin Andrea Schlederer weigerte sich Lauppert, seinen Monolog zu beenden. Im Gegenteil: Er verbiss sich regelrecht ins Mikrofon. Erst nachdem dieses entfernt worden war, ging der Stadtrat in die Knie und schließlich zurück zu seinem Platz.

Ob sich diese neuen Sitten der Opposition durchsetzen werden, wird die Zukunft zeigen. Eines steht aber jetzt schon fest: Der Ton wird rauer und auch lauter in den Sitzungen der Lokalpolitik.