Wahl zwischen Pest und Cholera. Über ein grünes Kuriosum in Marchegg.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:48)

In Marchegg-Bahnhof, einem Ortsteil der Storchenstadt, wird ein Radweg gebaut – sehr zur Freude aller Pedalritter und natürlich auch der Grünen, für die das Fahrrad das ökologische Fortbewegungsmittel schlechthin ist. Haken an der Sache: Um genug Platz für den Radweg zu haben, müssen einige Bäume gefällt werden. Das wiederum stößt den Grünen mehr als sauer auf.

Eine klassische Zwickmühle, in der sich die Öko-Partei hier befindet. Sie müsste – aus ihrer Sicht – zwischen Pest und Cholera wählen. Will sie die Bäume retten, muss sie auf den heiß ersehnten Radweg verzichten – und umgekehrt.

Das Ganze spiegelt eigentlich die Situation der Grünen in der neuen Bundesregierung wider. Auch dort wird die Öko-Partei als Junior-Koalitionspartner künftig immer wieder über ihren eigenen Schatten springen müssen, wenn es darum geht, Projekte mitzutragen, bei denen es nicht nur Gewinner gibt – sogar dann, wenn es Umweltthemen betrifft.