Zivilcourage ist weiterhin gefragt. Über eine Lebensrettung im Zug am Gänserndorfer Bahnhof.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 27. November 2019 (02:57)

Es war an einem Mittwoch untertags, als eine Strasshoferin mit der Schnellbahnlinie S1 von Wien in Richtung Gänserndorf fuhr. Noch vor ihrem Heimatbahnhof brach die Pensionistin aufgrund eines Zuckerschocks zusammen. Erst am Bahnhof Gänserndorf wurde die bewusstlose Frau vom Lokführer gefunden, der vor seiner Retourfahrt nach Wien noch einmal die einzelnen Waggons abging, um dort nach dem Rechten zu sehen. Der ÖBB-Mitarbeiter war es auch, der sofort den Rettungsnotruf tätigte.

Okay, das Ganze passierte nicht während der Hauptverkehrszeiten in der Früh bzw. am Abend – trotzdem stellt sich die Frage, ob tatsächlich kein anderer Fahrgast im Zug saß, der den Vorfall beobachtete. Vielleicht gab es einen solchen und dieser stieg seelenruhig beim nächsten Halt aus. Dies wäre natürlich nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch strafbar. Das Delikt nennt sich „Unterlassung der Hilfeleistung“. Also bitte: Nicht wegsehen, sondern unbedingt helfen!