Mutig, aber auch Harakiri. Über das Hin und Her beim USV Klein-Harras.

Von David Aichinger. Erstellt am 13. Juni 2019 (01:33)

Der Juni ist für den Fußballverband traditionell ein arbeitsreicher Monat. Die Vereine dürfen in dieser Zeit quasi „Wünsch dir was“ spielen und tun das auch fleißig. Die häufigsten Ansuchen an den NÖFV: Ich will aufhören. Ich will wieder anfangen. Ich will in die zweite Klasse. Oder: lieber in die dritte.

Manchmal, wie aktuell bei Klein-Harras, geht es gar binnen weniger Tage in verschiedene Richtungen. Der einstige Serienmeister der 3. Klasse Mistelbach verkündete sein Aus, um dann vom aktuellen Präsidenten doch gerettet zu werden. Man wird für 2019/20 nennen und versuchen, eine Mannschaft zu formen, so heißt es.

Eine freudige Nachricht für alle, die eine emotionale Bindung zum USV haben. Einen Verein sterben sehen, den man jahrelang begleitet oder vielleicht sogar selbst geprägt hat, will niemand. Der Versuch, ihn zu retten, erfordert Mut, den sich die Retter auch nicht nehmen lassen sollen. Aus neutraler Perspektive und ganz nüchtern betrachtet sieht es dennoch nach Harakiri aus. Schon heuer war die Kadergröße prekär. Ob sich das bessert, wenn man erst so spät zu planen beginnen kann? Nachwuchs, auf den man – ums Überleben ringend – warten kann, gibt es auch keinen. Ein Cocktail, der befürchten lässt, dass die Sorgen eher noch größer werden, als dass sie verschwinden.