Außenseiter mit guten Chancen. Über die Form des FC Marchfeld und den ÖFB-Cup.

Von David Aichinger. Erstellt am 18. September 2019 (02:55)

Es ist an der Zeit, Carsten Jancker ein Kompliment auszusprechen. Der Champions-League-Sieger kam in einer Phase zum FC Marchfeld, die nach dem umstrittenen Aus für Hannes Friesenbichler an seine frühere Position angelehnt war: stürmisch! Der neue Trainer betonte aber von Anfang an, sich nicht an der Siegesserie seines Vorgängers zu orientieren, sondern seine eigene Ära zu starten. Das tat er mit zwei Siegen, drei Remis und einer Niederlage durchwachsen – was bestimmt den einen oder anderen Unkenruf hervorrief.

Rund viereinhalb Monate nach seinem Antritt und sechs Spiele in die neue Saison hat Jancker selbst eine Serie am Laufen, die bereits länger ist als alles, was „Friesi“ am Stück schaffte. Der Coach weiß selbst am besten, dass da auch Glück mitspielte – das hatte sein Vorgänger aber freilich auch.

Gestillt scheint der Hunger längst nicht, die Marchfelder wirken stets extrem bissig. Das sollen nun auch Draßburg und Kapfenberg zu spüren bekommen. Vor allem die Steirer sind nicht zu beneiden. Ein Cupspiel bei einem unterklassigen Team ist immer schwierig, umso mehr, wenn es in Topform ist und du so gar nicht. Jancker betont vehement, dass sein Team klarer Außenseiter sei. Das steht ihm zu. Zumindest das „klar“ sollte man in diesem speziellen Fall aber streichen.