Die berühmte dicke Haut. Über den kuriosen Abbruch in Großkrut und die Schiedsrichter.

Von David Aichinger. Erstellt am 16. Oktober 2019 (02:47)

Spielabbruch, weil sich der Schiedsrichter verletzt hat – so ein außergewöhnlicher Vorfall wirft Fragen auf. Vor allem: Hätte man etwas besser machen können? Ja, sagen Großkrut und Marchegg, und stören sich speziell am Umstand, dass die Partie mit nur einem Schiri besetzt war. Wäre ein Zweiter da gewesen, hätte sich Marchegg die erneute 60 Kilometer-Anfahrt erspart und beide Teams könnten zu Allerheiligen anderes tun als 20 Minuten Fußball zu spielen.

Das ist verständlich, aber wohl nicht ganz so leicht wie es klingt. Klar kann man im Einzelfall streiten, warum manch parallel stattfindendes Spiel derselben Liga doppelt besetzt ist und ein anderes nur einfach. Das Grundproblem ist aber bestens bekannt: es gibt einfach nicht genug Schiris.

Seit Jahren wird versucht, das mit Werbeaktionen zu ändern. Manche Interessierte fassen Fuß, andere sagen schon nach einigen Nachwuchsspielen: meine Haut war nicht dick genug. Und es gibt ganz viele Teilnehmer am Fußballgeschehen, die sagen: Schiri? Nie im Leben würde ich mir das antun.

Genau das sollten sich alle Beteiligten jedes Mal in Erinnerung rufen, wenn sie es mit einem Mann in Schwarz zu tun bekommen. Der verdient bei aller Emotion Respekt. Denn der Fall von Großkrut zeigt klar: Ohne Schiri kein Fußballspiel.