Erstellt am 13. Juni 2018, 02:35

von David Aichinger

Team schlägt Einzelspieler. David Aichinger über den Meistertitel des SC Obersiebenbrunn.

„Nie mehr zweite Klasse, SCO“, war der Gossenschlager, der die Meisterfeierlichkeiten des SC Obersiebenbrunn quer durch die Nacht begleitete. Dass das Überraschungsteam so ausgelassen feiern durfte, war mehr als verdient. Der Sieg in Breitensee – der eigene Beitrag zur Titelgleichung – war nicht nur der achte in Folge, er war vielleicht auch der schwerste.

Nach starker erster Hälfte war man plötzlich zu zehnt. Statt 2:0 stand es 2:2. Wie ruhig es Obersiebenbrunn nach einer kurzen Phase des Kopfschüttelns wieder konstruktiv und flach versuchte, anstatt die Bälle verzweifelt nach vorne zu jagen, rang Respekt ab. In diesem Moment zu brechen, wäre nur menschlich gewesen.

„Nie mehr zweite Klasse“ ist freilich ein bisschen hochgegriffen. Man muss diese Zeile aber ebenso wenig für bare Münze nehmen wie die vorangehende, nicht ganz jugendfreie in besagtem Lied. Es gibt allerdings Leute, die jetzt schon sagen, Obersiebenbrunn wäre der einfachste Aufsteiger für die künftigen Gegner in der ersten Klasse. Die dürfen ihre Meinung natürlich vertreten, es sei aber schon gesagt: Es hat einen Grund, wa-rum Strasshof, Deutsch-Wagram und auch Orth geschlagen sind. Ganz egal, wer welche Einzelspieler hat und finanziert, das beste Team war der SCO. Nach 28 Spielen lügt die Tabelle nie.