Zweiter Blick sollte lohnen. Peter Sonnenberg über die Sportförderung und Diskus-Ass Gerhard Mayer.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 16. September 2014 (09:26)

Letzte Woche holte der Chefkoordinator des Sportförderungsprojekts Rio 2016 zum großen Rundumschlag aus. Wer keine Leistung bringt und in die Nähe der Medaillen kommt, fliegt aus dem Förderkader. Rein von den Ergebnissen her muss Diskuswerfer Gerhard Mayer auch um seinen Platz zittern.

Auf den ersten Blick logisch, verpasste er doch das große Ziel, die Qualifikation für das EM-Finale in Zürich. Doch lohnt auch ein zweiter Blick. Denn der Marchfelder hat die konstanteste Saison seiner Karriere hingelegt, es fehlt lediglich der Ausreißer nach oben.

Ein Grund für diese Konstanz ist auch die optimale Betreuung abseits des Wurfrings. Dank der Möglichkeiten der neuen Sportförderung konnte er bestmöglichst trainieren, sich regenerieren und seine Wehwehchen endgültig auskurieren. Mayer fühlt sich laut eigener Aussage fit wie nie. Ein Umstand, der sich im nächsten Jahr auch in besseren Weiten niederschlagen sollte. Sollte. Denn wenn Mayer aus dem Kader gestrichen wird, schaut es schlecht aus.

Klar, nicht jeder Sportler in Österreich kann gefördert werden. Vor allem dann, wenn nicht Gold, Silber oder Bronze in Reichweite sind. Aber Leute zu nominieren und dann bei der erstbesten Möglichkeit wieder zu eliminieren, ist ganz sicher der falsche Weg.