Wasser verschmutzt! Jetzt wird abgepumpt. Durch Fäulnissaft wurde Wasser verschmutzt. Nun wird es getauscht.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 25. Dezember 2019 (12:31)
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Weil durch faulende Erdäpfel Grundwasser in Kopfstetten verunreinigt wurde, muss das kontaminierte Wasser abgepumpt werden.
Paulaszek

Bis zuletzt hatte man gehofft, dass sich die Auswirkungen der am Lagerhaus-Gelände verfaulten Kartoffeln „nur“ auf den unangenehmen Gestank in Ort und Umgebung beschränken, nach einer behördlichen Begehung ist aber klar: Auch Grundwasser wurde verschmutzt, drei Haushalte in der Umgebung sind betroffen.

Zur Erinnerung: In einer Lagerhalle des Lagerhauses Kopfstetten wurden von der Agrana laut eigenen Angaben 5.000 Tonnen Stärkekartoffeln gelagert. Aufgrund der ungewöhnlich hohen Einlagerungstemperaturen bildete sich ein Fäulnisnetz. Es kam zum Verderb von mindestens 100 Tonnen Kartoffeln sowie zu einer Grundwasserbeeinträchtigung. Als Sofortmaßnahmen wurden alle von Fäulnis betroffenen und bedrohten Stärkekartoffel aus der Lagerhalle abtransportiert, zur Kontrolle Grundwasserproben genommen und bei Hausbrunnen in der Anrainerschaft Verunreinigungen festgestellt.

„Gemeinsam mit den Behörden und dem Raiffeisen Lagerhaus Marchfeld wurden alle Maßnahmen gesetzt, die die Versorgung der Haushalte mit Trinkwasser sicherstellen“, versichert Agrana-Pressesprecher Markus Simak. Darüber hinaus wird durch Abpumpen des Grundwassers aus sogenannten „Sperrbrunnen“ eine vollständige Reinigung des Grundwasserkörpers betrieben. „Wir bedauern den Vorfall und tun alles für eine Überbrückung sowie rasche Wiederherstellung der Trinkwasserqualität der betroffenen Grundstücke“, so Simak.

Ähnlich reagiert auch Lagerhaus-Marchfeld-Geschäftsführer Rudolf Brandhuber: „Es gab schon Gespräche mit den betroffenen Anrainern, sie werden vorübergehend mit Wasser von intakten Brunnen versorgt, sodass über die Feiertage kein Ungemach entsteht.“ Wer wird eigentlich die entstandenen Kosten tragen? „Ich gehe davon aus, dass das eine Versicherungssache ist“, so Brandhuber.