Angerner "Streithansln" vor Gericht. Ein Lokal in Angern war am 9. September dieses Jahres das Ziel einer bereits angeheiterten Gruppe von fünf Ausflüglern, die aus der Slowakei zurückkehrten. Damit begann auch schon der Ärger.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 07. Dezember 2020 (18:41)
Der Angeklagte wurde zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt.
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Der Gastwirt machte eine 46-Jährige aus der Gruppe darauf aufmerksam, dass sie Lokalverbot habe, woraufhin bei den vier Männern der Gruppe das erste Mal der Adrenalinspiegel hochging und sich eine Diskussion entspann, in deren Folge der Gastwirt einwilligte, jedem ein Getränk zu servieren und dann „schleicht’s eich“.

Die Gruppe nahm zum Missfallen des Wirtes im Gastgarten Platz, der nun wieder versuchte, die fünf Österreicher loszuwerden. Schließlich wusste er sich nicht anders zu helfen und verständigte die Polizei.

An der Stelle wurde es bei der Verhandlung im Landesgericht Korneuburg vor Richter Martin Gall-Vanek kurios. Der Bekannte der Frau mit dem Lokalverbot und Erstangeklagter gab dem Verhalten des Gruppeninspektors die Schuld für die folgenden Geschehnisse: „Er hat sich nicht deeskalierend verhalten.“

Im Gastgarten hielt der Polizist mit seinem Diensthandy das Verhalten der fünf fest, woraufhin ihm der 59-Jährige das Handy aus der Hand schlug und die Gruppe abzog. In einem schmalen Gang zwischen Gastgarten und Ausgang kam es erneut zu einer Zuspitzung der Situation.

Die Zweitangeklagte 46-Jährige hat dem Wirt aus nächster Nähe ins Gesicht gespuckt, woraufhin der Wirt seinen Arm zur Abwehr weiterer Attacken erhob. Das wiederum interpretierte der Bruder der Frau als Angriff auf sie und wollte sich in dem engen Gang auf den Wirten stürzen, rutschte aber auf vergossenem Bier aus.

Es folgten weitere Beschimpfungen und ein willkürlicher Zerstörungsakt im Lokal. Der – wenn man so will – Höhepunkt des Konflikts war der Angriff des 59-Jährigen vor dem Lokal, wo er mit erhobener Faust und den Worten „I bring di um, du blade Sau“ auf den Gruppeninspektor losging. Die Angeklagten, die beide ohne Rechtsvertreter erschienen waren, wurden zu fünf Monaten Freiheitsstrafe für den Mann und drei Monaten für die Frau, beide Strafen bedingt, verurteilt. Beiden wurde die Verpflichtung zur Bewährungshilfe auferlegt.