Vom eigenen Vater angestiftet. Was muss passieren, dass ein Vater seine Firma in den Konkurs führt, seine Töchter zu Straftaten verleitet, schließlich untertaucht und seine Kinder auf dem Schaden sitzen lässt?

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 21. Dezember 2020 (19:01)
Prozess wegen dreifachen Mordes am Landesgericht Korneuburg
APA (Archiv/Fohringer)

Diese Frage war zwar nicht Gegenstand der Verhandlung am Landesgericht Korneuburg, vor Richterin Monika Zbiral, schwebte aber latent die ganze Zeit über dem Verfahren. Zu klären war, inwieweit drei Schwestern im Alter zwischen 25 und 36 Jahren zu der betrügerischen Krida ihres Vaters mit ihren Taten beigetragen hatten.

Die Frauen schilderten, wie sie zum Beispiel einen Kaufvertrag rückdatiert, einen Kredit für den Vater aufgenommen oder eine Verkaufsanzeige für Maschinen der ehemaligen Baufirma im Bezirk Gänserndorf auf „willhaben“ stellten. Ihre Verteidiger führten für ihre Mandantinnen ins Treffen, dass sie selbst ebenfalls geschädigt worden seien. Eine der Schwestern ist mit dem Kredit des Vaters belastet, der anderen droht die Delogierung, da ihr Elternhaus in Kürze zwangsversteigert wird. Ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass sie mit ihren Taten Gläubigerinteressen schädigen würden, wozu die Richterin erklärte: „Wissentlich wird Ihnen das nicht vorgeworfen.“ Das und der Umstand der „untergeordneten Tatbeiträge“ führten zu einer angebotenen Diversion in Form einer Geldstrafe.