Ein Weihnachtswunder für Christopher? . Junger Lasseer rettete seinem Bruder 2004 das Leben, sitzt aber seitdem im Rollstuhl. Jetzt rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft an, weil neues Auto gebraucht wird.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 21. Dezember 2017 (05:30)
NOEN, privat
Der Reinerlös der Springbreakparty in Lassee wird wie jedes Jahr für wohltätige Zwecke verwendet. „Das Wichtigste für uns ist, dass das Geld, so gut es geht, in der eigenen Ortschaft bleibt. So konnten wir diese Woche Christopher samt Familie eine Spende von über 1.000 Euro überreichen“, berichtet Burschenbund-Obmann Michael Ordelt.

Erinnern Sie sich noch an die beiden Buben, die im Jänner 2004 auf dem Eis an der Alten Donau eingebrochen sind? Diese tragische Geschichte war wochenlang in den Medien, ganz Österreich war erschüttert. Mittlerweile sind die „Eisbuben“ erwachsen und wohnen mit ihren Eltern in Lassee, für die Familie ist der Alltag nach wie vor schwierig. „Sie kämpfen aber tapfer und stehen aktuell vor der Hürde, ein behindertengerechtes Auto kaufen zu müssen. Dabei wollen wir Christopher (einer der beiden Brüder, Anm.) unterstützen“, berichtet Isabel Urban aus Lassee und verweist auf ein Benefiz-Projekt, das zu Tränen rührt.

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Christopher Bodisch aus Lassee hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.

2004, als Christopher Bodisch neun Jahre alt war, brach sein Bruder Andreas beim Eislaufen ein und er versuchte, ihn zu retten – mit Erfolg. Er selbst hatte bei der Rettung aber nicht so viel Glück wie sein Bruder: Nach 90-minütiger Reanimation gaben ihm die Ärzte eine Überlebenschance von 0 %. Wie durch ein Wunder überlebte er. Nach fast einem halben Jahr Wachkoma, vier Wochen Intensivstation und Reha geschah im Sommer 2004 „ein kleines Wunder“, wie Mutter Petra Bodisch berichtet: „Er machte in seinem Wachkoma so seltsame Geräusche, die ich in meiner Hilflosigkeit nachmachte. An einem Tag fing er auf einmal an zu lachen.“

In kleinen Schritten stieg die Hoffnung

In kleinen Schritten stieg die Hoffnung: Zuerst konnte durch geduldiges Üben von Sondennahrung auf „normales Essen“ umgestellt werden. Auch Rückschläge wie kortikale Blindheit durch einen Hirnschaden wurden weggesteckt, mittlerweile spricht Christopher wieder und mit dem Umzug nach Lassee 2007 in ein Haus mit Pool ist es der Familie auch möglich, ihm seine große Leidenschaft, das Schwimmen, zu ermöglichen.

„Christopher ist jetzt 23 Jahre jung und meistens gut gelaunt, fröhlich und frech. Er hat oft Schmerzen und Baustellen, die ihm das Leben erschweren, aber irgendwie schaffen wir es trotzdem, gut gelaunt den Tag zu überstehen“, so die Mutter.

Die ständigen Therapiebesuche sind aber nur mit einem entsprechenden Auto möglich, und hier kommt die Hilfsbereitschaft der Region ins Spiel: „Mein altes Auto gibt leider in Kürze seinen Geist auf und ich persönlich bin zu ängstlich, um mit Christopher in einem nicht-sicheren Auto zu fahren“, klagt Petra Bodisch. Prompt entwickelte sich eine Welle der Hilfsbereitschaft: Bei der Marchfelder Bank gibt es ein Spendenkonto und eine Fundraising-Website, die Christophers Schicksal erzählt (siehe Infobox) – die Anteilnahme ist enorm. Auch der Lasseer Burschenbund beteiligte sich mit einer großen Spende.

Isabel Urban war sofort Feuer und Flamme für die Aktion: „Das Ziel sind 30.000 Euro für das neue Auto, die Umbauten übernimmt die AUVA.“ Wie kam sie eigentlich dazu? „Ich wollte zu Weihnachten etwas Gutes tun, habe von dieser Geschichte gehört und habe begonnen, mich zu engagieren. Daraus hat sich eine Kettenreaktion entwickelt und mittlerweile sind schon über 7.000 Euro auf dem Spendenkonto.“ Der Weg ist aber noch weit und jede Unterstützung kann einen kleinen Beitrag leisten, um diesem couragierten jungen Mann sein Leben zu erleichtern.