Bauern dreist bestohlen: Sprit entwendet. Lasseer Landwirt klagt über kriminelle Aktivitäten auf den Feldern. Immer öfter werden Diesel oder Beregnungsanlagen-Teile von Langfingern mitgenommen.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 23. August 2017 (05:25)
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Bewässerungspumpen wie diese werden in letzter Zeit immer öfter Ziel von Kriminellen, die es auch auf den Diesel in den Tanks abgesehen haben. Die Polizei bittet, alle Fälle sofort zu melden.

Als hätten die Marchfelder Landwirte aufgrund von Rekordhitze und -Trockenheit nicht schon genug Sorgen, machen sich dreiste Kriminelle nun an den Beregnungsanlagen der Landwirte, zu schaffen: Die Diebstähle von Diesel, Aggregat-Batterien und Teilen von Beregnungseinrichtungen nehmen zu.

Andreas Weiß aus Lassee klagt: „In Lassee gab es sicher schon 30 Vorfälle in kurzer Zeit. Konkret weiß ich von drei großen, sehr teuren Regnern von Rainstars (Beregnungsgeräte mit einer Schlauchtrommel, Anm.), mir selbst wurde zweimal Diesel – etwa 450 Liter – gestohlen und ich weiß noch von mindestens vier weiteren Fällen.“

Viele Bauern sehen den Kampf gegen diese Diebstähle als aussichtslos an: „Die Polizei kann ja nicht rund um die Uhr alle Feldwege überwachen.“ Bei Schwerpunktkontrollen würden zwar hin und wieder Kriminelle geschnappt, allerdings seien die Konsequenzen seiner Meinung nach nicht ausreichend: „Die Diebe verbringen dann eine Nacht auf der Polizeidienststelle, können aber nicht festgehalten werden, weil ihnen kein gewerblicher Diebstahl nachgewiesen werden kann. Oft fahren die Verbrecher dann mit dem gestohlenen Diesel wieder über die Grenze, da man ja auch nicht nachweisen kann, woher sie den Sprit haben.“ Die offenen Grenzen seien außerdem ein weiterer Grund, warum die Täter ungehindert wieder einreisen können.

„Täter werden oft auf freiem Fuß angezeigt“

Chefinspektor Gerald Reichl vom Bezirkspolizeikommando kennt das Problem: „Es ist wirklich teilweise schwer, hier die Gewerblichkeit nachzuweisen, und so werden die Täter oft auf freiem Fuß angezeigt.“ Es handle sich dabei auch nur um „einfache Diebstähle“, erst wenn die Diebe den Tank aufbrechen oder etwas beschädigen, könne man von Einbruchsdiebstahl reden.

Die Kriminellen auf frischer Tat zu ertappen, sei sehr schwer, denn das betroffene Gebiet erstreckt sich über das gesamte Marchfeld: „Wir sind daher meist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen oder beispielsweise Jäger, die ja viel Zeit in der Nacht draußen verbringen und unter Umständen verdächtige Gestalten melden. Manchmal hinterlassen die Diebe auch Spuren.“

Reichls Appell: „Die Augen offen halten und bei einem Verdacht die Polizei verständigen. Selbst einzugreifen, würde ich nicht raten, denn mitten in der Nacht auf offenem Feld kann es schnell gefährlich werden.“ Und auch die Bauern ersucht er, auch wenn es oft zeitaufwendig sei und es nicht viel Aussicht auf Erfolg gebe, sich bei der Exekutive zu melden, sollten sie Opfer eines solchen Verbrechens werden: „Auch wenn die Täter auf freiem Fuß angezeigt werden – irgendwann kommt es zur Verhandlung und dann werden sie bestraft.“