Schauspieltalent: „Kein Plan B zu Theater“ . Ihre Lehrer schwärmen von der 14-jährigen Lasseerin Elena Pfeiler.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 24. Juli 2020 (03:26)
Elena Pfeiler mit ihren stolzen Eltern Adolf und Michaela sowie LehrerMartin Sommerlechner.
Kremsmayer

Die Idylle ist perfekt. Das Marchfeld flirrt in der Sommerhitze, der Ort liegt in sonntäglicher Stille da, vorm Haus in der Unteren Hauptstraße wartet schon Papa Adi mit Hund, im schattigen Hof empfängt Elena, genannt Elli, mit Mutter Michaela ihre Gäste.

Der alte Hof, übernommen von der Großmutter, streckt sich weit nach hinten bis zu den Feldern, Mutter Michaela führt herum, erzählt die Familiengeschichte, der Nachbarhund schaut vorbei, im Hintaus laben sich drei Pferde am Heu. Die wollen partout nicht mit Elli posieren, da kann sie mit noch so frischen Kräutern locken.

Elli ist erst 14, wirkt reifer, und ist nicht von Schüchternheit geplagt. Sie erzählt selbstbewusst, welche Rollen sie gerade einstudiert hat, die aber – wegen Corona – vorerst leider nicht zur Aufführung gelangt sind – „Die acht Frauen“ mit der Theatergruppe Gänserndorf, „Weltuntergang“ mit der Theatergruppe Lassee, „Das Gespenst von Canterville“ mit dem hiesigen Jugendtheater, „Faust“ im Schultheater, „Topdogs“ mit der Schauspielakademie. Von dieser, konkret von ihrem Lehrer Martin Sommerlechner, wird sie nominiert für eine Liste von herausragenden Jungtalenten. Bei Elli ist das aber nicht nur ein kreatives Hobby, ihr Berufwunsch steht schon lange fest: Sie wird Schauspielerin.

Freilich zeigt die 14-jährige Elena Pfeiler auch beim NÖN-Foto Selbstbewusstsein – nur die Pferde wollten nicht näher ins Bild rücken.
NOEN

Entdeckt wurde ihr besonderes Talent in der Lasseer Mittelschule. Sie spielte als 10-Jährige einen trinkfreudigen Nachtwächter, der bei einem Krippenspiel – adaptiert auf das Thema der Zeit – illegale Flüchtlinge aufspüren soll. Mit Flachmann und Taschenlampe steigt sie ins Publikum und verweist schließlich den Bürgermeister des Ortes (damals noch Karl Grammanitsch) wegen mangelhafter Ausweispapiere des Saales – so glaubwürdig, dass dieser erschrocken die Aula verlässt. Freilich, um später lachend und beeindruckt zurückzukehren. Der Auftritt wird legendär, „a Star is born“.

Papa Adi zeigt ihr daraufhin in der NÖN eine Ankündigung der Schauspielakademie. Elli will sofort hin, kein Platz in Groß-Enzersdorf, aber einer in Gänserndorf. Martin Sommerlechner, ihr Lehrer dort: „Ihre Spontanität ist großartig, sie ist eben gar nicht scheu, sie überlegt nicht lange. Wenn sie improvisiert, kann man immer etwas erleben.“ Und Elena schwärmt von der „Schak“ (kurz für Schauspielakademie): „Die Lehrer sind so gut, sie geben uns Sicherheit, es ist jeden Samstag eine große Freude.“ „Und wir freuen uns, dass unser Pflänzchen dort so gut betreut wird“, assistiert Mutter Michaela.

So wird selbstsicher auch ihr Werdegang geplant. Sie geht ins BORG Hegelgasse, mit Schwerpunkt Theater, hernach will sie auf eine Schauspielschule. „Zum Theater gibt es keinen Plan B“, sagt sie. Die Großeltern sind noch skeptisch, machen sich Sorgen, wovon sie einmal leben wird können, die Eltern zeigen mittlerweile Verständnis: „Wenn man etwas so sehr will und so große Freude daran hat, muss man es machen, wir unterstützen sie jedenfalls.“