Mitarbeiter sollen Behinderten gefesselt haben. Mitarbeiter sollen Grenzen überschritten haben: Gekündigt.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 05. April 2019 (18:36)
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Hier soll sich die Freiheitsentziehung ereignet haben.

Er kümmert sich seit Jahren liebevoll um Menschen mit Behinderung. Der Verein Lebenshilfe NÖ mit seiner Behindertenwerkstätte und seinem Wohnheim in Baumgarten. Diesmal dürfte aber ein Fehler passiert sein, der zwei Mitarbeiter den Job kostete.

Die Vorgeschichte: Ein männlicher Klient wurde aggressiv und gewalttätig. Eine langjährige Lebenshilfe-Mitarbeiterin und ein Kollege von ihr wussten sich nicht anders zu helfen, als dem rabiaten Mann die Hände zu fesseln, und zwar mit einer Damenstrumpfhose. Die beiden Betreuer wurden daraufhin gekündigt. Die Polizei ermittelt wegen Freiheitsentziehung.

"Einen Klienten zu fesseln, ist absolut tabu"

Lebenshilfe-Geschäftsführer Christian Albert beteuert im NÖN-Gespräch, dass es ihm leid tue – für den besagten Klienten und für die beiden Mitarbeiter. Albert sei aber nichts anderes übrig geblieben, als die Kündigung auszusprechen: „Einen Klienten zu fesseln, ist absolut tabu.“

Wie aber wird man sonst einem Randalierenden Herr? „Man kann ihn festhalten und in ein Zimmer bringen, bis er sich beruhigt hat. Da gibt es ein genaues Prozedere, wie man sich als Betreuer in so einer Situation zu verhalten hat.“ Es sind auch sofort die Vorgesetzten und das Land NÖ zu informieren. Albert: „Wir wollen nichts vertuschen. Hier ist leider ein Fehler passiert.“

Die beiden Mitarbeiter haben diesen auch eingesehen und sich beim betroffenen Klienten sowie bei der Lebenshilfe entschuldigt. Das polizeiliche Ermittlungsverfahren gegen sie ist noch nicht abgeschlossen.