Agrana: Rüsselkäfer wird Ergebnis drücken. Während Konzern heuer positive Zahlen vermeldet, droht nächstes Jahr Rückgang. Aber: Fabrik-Schließung sei kein Thema.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 14. Mai 2018 (18:33)
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Nicht überall haben die Rüben überlebt. Die Agrana will betroffenen Landwirten helfen.
Agrana

Das mögliche Aus der Zuckerfabrik in der Gemeinde dementierte Johann Marihart, Agrana-Vorstandsvorsitzender, bei der jüngsten Pressekonferenz. Stattdessen wies er auf eine für den Nahrungsmittelkonzern positive Bilanz hin.

So konnte das Ergebnis – laut Marihart „sehr erfreulich“ – in allen Segmenten (Frucht, Stärke und Zucker) verbessert werden. Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2017/2018 auf rund 2.566 Mio. Euro, was einem Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor entspricht.

Ein positiver Trend, der sich im nächsten Jahr aber vor allem im Segment Zucker nicht fortsetzen wird. „Wir gehen für das Geschäftsjahr 2018/19 aufgrund der aktuellen Herausforderungen im Segment Zucker von einem deutlichen Rückgang aus“, so Marihart.

„Wir gehen 2018/19 aufgrund der aktuellen Herausforderungen von einem deutlichen Rückgang aus.“Johann Marihart, Agrana-Vorstandsvorsitzender

Die heimische Zuckerproduktion sei indes trotz des EU-weiten Verbots einer Gruppe bienenschädlicher Insektizide (Neonicotinoide) nicht gefährdet. Dennoch führe dieses gemeinsam mit niedrigen Zuckerpreisen und der Rüsselkäfer-Plage zu einer „großen Verunsicherung“ bei den Bauern, so Agrana-Vorstand Fritz Gattermayer.

Vor allem im Osten NÖs verursachte der Rüsselkäfer große Rüben-Ausfälle, sodass mancherorts stattdessen andere Pflanzen angebaut werden. Die Agrana habe die Kosten für die Pflanzenschutz-Erstbehandlung übernommen und Saatgut für die „Ablenkfütterung“ zur Verfügung gestellt.

Weiters werden gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien biologische Mittel zur Bekämpfung des Rüsselkäfers mittels Pilzen und Nematoden gesucht. Das Neonicotinoide-Verbot lasse die Produktionskosten für die Rübenbauern jedenfalls steigen, weil jetzt mehr Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen, so Gattermayer.