Gefährliche Relikte: Granate gefunden. Blindgänger, die bei Angriffen abgeworfen wurden, tauchen jetzt wieder auf.

Erstellt am 27. Februar 2018 (11:25)
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Andreas Herrmann hat sich auf Kampfmittelräumung und -bergung spezialisiert.

Kriegsrelikte stellen in Niederösterreich ein massives Problem dar. Bereits vor zwei Wochen hatte der auf Kampfmittelbergung spezialisierte Andreas Herrmann aus Matzen eine Panzergranate gezielt gesprengt. Zehn weitere konnten bei der anschließenden Kontrolle der Umgebung von ihm geborgen werden (die NÖN berichtete).

Wie von dem Spezialisten vermutet, ist das Gebiet rund um Leopoldsdorf stark kontaminiert, da hier die letzten relevanten Tiefflieger-Angriffe der deutschen Wehrmacht stattfanden. Nun konnte Herrmann weitere Abwurfmunition, also Blindgänger von Fliegerangriffen, freilegen.

Er warnt: „Diese Kriegsrelikte sind zum Teil extrem unberechenbar, da es sich dabei manchmal um selbst gebastelte Bomben – beispielsweise um eine Wurfgranate mit angeschweißter Sprenggranate – handelt“. Der Umgang mit Blindgängern sei überaus schwierig, da sowohl keine Datenblätter als auch sonstiges Lehrmaterial über diese Sprengsätze vorhanden sei.

„Die Flugzeuge haben damals alle noch vorhandenen kriegstauglichen Materialien eingeladen und abgeworfen, darunter waren auch eine Menge Blindgänger“, ergänzt der Experte.