Grüner Schwarz tritt ab. Der junge Leopoldsdorfer Gemeinderat verlegt seinen Wohnsitz nach Wien. Dies sei aber nur einer von mehreren Faktoren, die seine Entscheidung beeinflussten.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 25. Juni 2017 (16:14)
NOEN, Grüne
Lukas Schwarz verkündete am Freitag seinen Rücktritt.

Er galt als einer der großen jungen Hoffnungsträger der Grünen im Bezirk, deswegen war die Überraschung groß, als der Leopoldsdorfer Grünen-Gemeinderat (seit 2015) und Bezirksverantwortliche (seit Jänner 2017) Lukas Schwarz am Freitag seinen Rücktritt erklärte.

Zur Erklärung: Bei den Gänserndorfer Bezirks-Grünen gibt es eine Doppelspitze. Grünen-Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger fungiert als Bezirkssprecherin und ist somit nach außen hin die Chefin, Schwarz wiederum führte als Bezirksverantwortlicher intern die Parteigeschäfte.

 Gesunder Diskussionsprozess

 Schwarz begründete seinen Rücktritt: „Ein Mitgrund war, dass ich meinen Wohnsitz nach Wien verlege, der Rest sind zutiefst persönliche Gründe, über die ich öffentlich nicht reden will.“  Keineswegs seien „parteiinterne Streitereien“ bei den Bezirks-Grünen (die NÖN berichtete) ein Thema gewesen: „Es gab nie einen Bruch bei den Bezirks-Grünen, vielmehr würde ich von einem gesunden Diskussionsprozess sprechen – und unterschiedliche Meinungen sind ja etwas Erfreuliches. Es ist auch klar, dass ich als ,Junger‘ teilweise andere Ansichten habe als beispielsweise eine Vizebürgermeisterin, die ja auch eine andere Verantwortung trägt.“

Besonderen Dank spricht er seiner „politischen Mutter“ Enzinger aus: „Ich arbeite auch auf Landesebene eng mit ihr zusammen und habe ihr viel zu verdanken. Vor allem rechne ich ihr hoch an, dass sie den Mut hatte, die Partei für die Jugend zu öffnen.“ Auch an der Anfang Juli stattfindenden Bezirksklausur werde Schwarz teilnehmen: „Ich werde Enzinger weiter unterstützen und für sie arbeiten. Ich hatte aber auch kein Problem mit der restlichen Bezirkspartei und stand immer in Kontakt mit den Ortsgruppen.“

Enzinger freut sich über die zukünftige Zusammenarbeit: „Es stehen ja einige Wahlkämpfe an. Ich finde es schade, dass dieser engagierte, vor Energie strotzende junge Mann den Bezirk verlässt. Er steht für die nächste Generation, hat als Bezirksverantwortlicher tolle Arbeit geleistet und wird den Grünen erhalten bleiben.“