Ortschef hat Post im Visier. Bürgermeister Nagel kritisiert, dass die Zustellung im Raum Leopoldsdorf „überhaupt nicht funktioniert“.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 09. August 2019 (05:26)
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Die Post erklärt, dass sie „der Sache natürlich nachgehen“ wird.

Heftige Attacken reitet der neue SP-Bürgermeister Clemens Nagel gegen die Österreichische Post. Grund: Die Zustellung von Briefen soll in Leopoldsdorf, aber auch in anderen Gemeinden des Marchfelds, überhaupt nicht funktionieren. Gegenüber der NÖN versprach die Post, der Sache auf den Grund zu gehen.

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Ihm ist das Lachen mittlerweile vergangen: SP-Bürgermeister Clemens Nagel.

Die Vorgeschichte: Schon Nagels Amtsvorgänger Thomas Nentwich hatte sich des Öfteren über die mangelhafte Post-Zustellung beschwert. Geändert habe sich nichts.

Seit etwa zwei Jahren gebe es ständig Zores. Nagel: „Das Problem ist, dass auch unsere amtlichen Mitteilungen, gerichtet an jeden Haushalt in der Gemeinde, nicht ankommen.“ Zuletzt passiert, als die Kommune eine Reinigungskraft für den Kindergarten suchte: „Eine Bürgerin hatte acht dieser Schreiben im Postkasten, viele andere Mitbürger wiederum erhielten kein einziges.“

"Wir als Gemeinde haben jetzt ein Problem"

Der Ortschef forderte daraufhin die Post auf, die besagte amtliche Mitteilung noch einmal zuzustellen – auf deren Kosten: „Das tat sie natürlich nicht. Somit war die Bewerbungsfrist für den Posten vorbei und wir als Gemeinde haben jetzt ein Problem.“

Auch Nagel hatte sich in letzter Zeit öfters bei der Post beschwert: „Ein einziges Mal reagierte sie und entschuldigte sich. Das kann es nicht sein – die Post ist eine Firma, die Geld bekommt, aber nicht die entsprechende Leistung bringt.“ Der SP-Politiker rechnet mit dem Schlimmsten in Hinblick auf die kommende Nationalratswahl am 29. September: „Vorher verschicken wir wie immer die amtliche Wahlmitteilung. Wenn die auch nicht bei den Bürgern ankommt, ist der Ofen aus.“

Was sagt eigentlich die Post zu den Vorwürfen? Sprecher David Weichselbaum: „Bei uns sind zwar nicht mehr Beschwerden aus dem Raum Leopoldsdorf eingelangt als sonst, wir werden der Sache aber natürlich nachgehen.“ Weichelbaum weiter: „Wir werden mit den Zustellern sprechen und sie sensibilisieren.“ Auch mit Nagel selbst will die Post ein Gespräch führen.