Schonfrist für die Zuckerfabrik. Für die kommende Saison 2020/21 konnte eine Einigung erzielt werden.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 19. August 2020 (03:06)
40 Millionen Euro investiert der Weltkonzern Agrana in den Standort Gmünd. Dort steht die einzige Kartoffelstärkefabrik Österreichs. 
zVg/Agrana

Aufatmen bei Rübenbauern, Frächtern und nicht zuletzt den zahlreichen Arbeitnehmern, die direkt oder indirekt an der Leopoldsdorfer Zuckerfabrik hängen:

Rübenbauern-Präsident Ernst Karpfinger konnte Einigung mit der Agrana erzielen. 
Rübenbauern

Für heuer scheint die Kampagne gesichert, in der Vorwoche konnte eine Einigung zwischen der Vereinigung „Die Rübenbauern“ und der Agrana, die die Fabrik betreibt, erzielt werden, berichtet Rübenbauern-Präsident Ernst Karpfinger.

Aufgrund der guten Niederschlagsversorgung und der damit einhergehenden guten Entwicklung der Rübenbestände in den letzten Wochen werden in Österreich Durchschnittserträge von etwa 84 Tonnen pro Hektar erwartet. Deswegen wurde gemeinsam festgelegt, dass der Betrieb beider Zuckerfabriken in Österreich (Leopoldsdorf und Tulln) notwendig ist, um die zu erwartenden Rübenmengen bewältigen zu können. Die Kampagne wird voraussichtlich in den ersten Oktobertagen beginnen.

Leopoldsdorfs SP-Bürgermeister Clemens Nagel kämpft für den Standort.  
privat

Für Leopoldsdorfs SP-Bürgermeister Clemens Nagel ist der Erhalt des Standorts aus mehreren Gründen wichtig: „Bei einer Schließung würden hunderte Familien ihr Einkommen verlieren und der Gemeinde selbst fast 300.000 Euro jährlich an Kommunalsteuern verloren gehen.“ Es habe auch Vorschläge gegeben, wie die momentane Krise – auch ausgelöst durch den Rübenrüsselkäfer, der die Ernten beeinträchtigt – „durchzutauchen“ sei. Auch die SPÖ NÖ will nun den Druck erhöhen, um eine Lösung zu finden.

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